Bayern starten auch international als Favorit

Foto: Francisco Leong/AFP/Getty Images

Der FC Bayern München trifft in der Gruppe E auf Benfica Lissabon, Ajax Amsterdam und AEK Athen. Bayern-Coach Niko Kovač sieht den Rekordmeister als „Favorit, aber wir müssen in allen Spielen hundert Prozent Leistung abrufen“.

FC Bayern München: Seit Jahren ist der FC Bayern in der Bundesliga das Maß aller Dinge, der siebte Meistertitel in Serie scheint meist früh in der Saison gesichert. Die Frage vor einer Spielzeit ist oft nur, mit viel wie Abstand sich der FCB durchsetzt. Daran ändert auch die Installation des international-unerfahrenen Kovač nichts. Seit dem historischen Triple 2013 war für die Bayern viermal im Halb- und einmal sogar schon im Viertelfinale Schluss. Man sei, so Thomas Müller vor seinem 100. Champions League-Spiel gegenüber der Sport Bild, „nie weit weg von dem ganz großen Ding“ gewesen: „Hoffentlich haben wir in dieser Saison endlich mal von März bis Mai den vollen Kader zur Verfügung. Dann ist alles drin.“

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Benfica Lissabon: Der portugiesische Rekordmeister ist fast optimal in die neue Spielzeit gestartet. Mit zehn von möglichen zwölf Punkten steht Benfica nach vier Spieltagen an der Tabellenspitze der portugiesischen Liga NOS. „Wir glauben an uns“, sagte Trainer Rui Vitória vor dem ersten Aufeinandertreffen mit dem favorisierten FC Bayern. Als Schlüsselspieler bei den Portugiesen ist Mittelfeldmann Pizzi hervorzuheben, dem in den ersten neun Pflichtspielen sechs Tore und drei Vorlagen gelangen. Benfica landete in der vergangenen Champions League-Saison in der Gruppenphase auf dem letzten Platz. In allen sechs Partien gingen die Portugiesen dabei als Verlierer vom Feld. Es war erst das 20. Mal in der Geschichte des Wettbewerbs, das eine Mannschaft die Gruppenphase ohne einen einzigen Punkt beendete.

Ajax Amsterdam: In den vergangenen Jahren ist der stolze Klub aus den Niederlanden etwas ins Abseits geraten. Spätestens nach der Jahrtausendwende wird Ajax vor allem als Ausbildungsverein wahrgenommen, bei dem sich die reichere Konkurrenz gerne bediente. In diesem Sommer allerdings gelang es, Top-Talente wie Kapitän Frenkie de Jong oder Matthias de Ligt trotz Anfragen verschiedener Klubs zu halten. Die beiden 19-Jährigen werden die große Bühne für Werbung in eigener Sache nutzen wollen. In der Gruppe dürfte sich Ajax mit Benfica um den zweiten Platz streiten.

AEK Athen: Der amtierende griechische Meister geht als Außenseiter in die neue Champions League-Saison. Der Saisonstart ist mit drei Siegen an den ersten drei Spieltagen geglückt. Chancenlos ist Athen gewiss nicht, vor allem die Heimspiele im fast 70.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion könnten hilfreich sein, um zumindest den dritten Platz und damit die Europa League zu sichern. Seine Chance in Griechenland nutzen möchte Ezequiel Ponce, der von der AS Rom bis zum Saisonende ausgeliehen ist und als hochtalentiert gilt.

Der FC Bayern gilt seit dem Triple-Erfolg immer als einer der Favoriten in der Champions League. Ein Ausscheiden in der Gruppenphase wäre mehr als nur eine Überraschung, in der K.o.-Phase wird es vor allem auf das Losglück ankommen. Benfica, Ajax und auch Athen werden sich um den zweiten Platz duellieren, wobei den Portugiesen die Rolle des Favoriten zuteilwird. Beim FCB wird es darauf ankommen, inwieweit Kovač die Dreifachbelastung als international-unerfahrener Trainer justieren kann – und ob die Münchner in der entscheidenden Phase von Verletzungen verschont bleiben.