Behrens: „Jedes Spiel wird ein Höhepunkt“

Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Das zehntägige Trainingslager des Bundesliga-Aufsteigers 1. FC Nürnberg in Natz-Schabs endete am Sonntag. Kapitän Hanno Behrens sprach über seine Eindrücke in der Vorbereitung, die Zusammenstellung des Kaders und die Erwartungen vor seiner Premierensaison im deutschen Fußball-Oberhaus.

Mit dem Trainingslager und der bisherigen Vorbereitung zeigte sich der 28-Jährige durchweg zufrieden. „Wir haben wie im vergangenen Jahr unter besten Bedingungen konzentriert und hart gearbeitet“, meinte Behrens gegenüber dem Kicker. Die Intensität war nach dem Aufstieg allerdings eine andere. „Da die Anforderungen höher werden, ist dementsprechend auch das Pensum größer geworden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir erneut den Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt haben“, sagte Behrens. Einziger Wermutstropfen sei der Syndesmosebandanriss und der damit verbundene Ausfall von Innenverteidiger Ewerton.

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Behrens unterstützte Trainer Michael Köllner in seiner optimistischen Ankündigung, nicht nur den Klassenerhalt als Ziel auszugeben, meinte aber auch: „Wobei wir sicher nicht enttäuscht wären, wenn wir die kommende Saison auf Rang 15 abschließen würden.“ Im letzten Testspiel unterlag der „Club“ dem FC Bologna mit 0:1, für den Mittelfeldspieler nicht mehr als ein Schönheitsfleck. „Bis auf ein paar Wackler in der Anfangsphase haben wir schon sehr kompakt gestanden, und auch im Spiel nach vorne haben einige Dinge bereits sehr gut funktioniert“, resümierte der Rechtsfuß. Ein großes Manko sei allerdings die mangelnde Chancenverwertung gewesen.

Kapitän hat Vertrauen in die Kaderplanung

Mit Kevin Möhwald, Tobias Werner und László Sepsi verließen auch für das Klima innerhalb der Mannschaft wichtige Spieler den Verein. Mit erfahrenen Neuzugängen haben sich die Franken bislang dagegen zurückgehalten. „Ich war mir vor dem Trainingsauftakt sicher, dass dies kein Problem werden wird – und ich sehe mich nun darin zu hundert Prozent bestätigt“, relativierte Behrens aber und verwies auf das glückliche Händchen, das die sportliche Führung in der Vergangenheit bewiesen hat. Der Zusammenhalt innerhalb des Teams sei nach wie vor groß und könne fehlende oder erst spät getätigte Transfers kompensieren.

Auch die Lust auf die erste Liga sieht Behrens als großen Vorteil. „Die Bundesliga ist das große Ziel, auf das fast jeder von uns seit Jahren hingearbeitet hat. Dementsprechend fiebern wir auf die Saison hin, jedes einzelne Spiel wird für uns ein echter Höhepunkt. Mit diesem Enthusiasmus und dieser Euphorie lässt es sich leichter über Grenzen gehen“, erklärte der gebürtige Elmshorner. Für einen Großteil des Kaders werden es die ersten Gehversuche in der Bundesliga sein. Behrens räumte aber auch ein, dass es „die ein oder andere Situation geben wird, in der sich unser Mangel an Erfahrung negativ bemerkbar machen wird.“

Zusammenhalt, Herz und Leidenschaft gegen den Abstieg

In der abgelaufenen Zweitliga-Saison überzeugten die Nürnberger durch mutiges Offensivspiel. Diese Herangehensweise soll in die Bundesliga übernommen werden. Behrens rechnet mit mehr Räumen für die Offensivspieler, weiß aber auch, dass „es im letzten Drittel in der Bundesliga eher intensiver und härter zugeht.“ Coach Köllner setzt auf die Anpassungsfähigkeit seiner Mannschaft. Auch sein Kapitän sieht darin eine persönliche Stärke. „Bislang ist es mir immer gelungen, mich nicht nur an das höhere Tempo und die größere Qualität einer höheren Liga anzupassen, sondern mich dort zu steigern“, sagte Behrens. „Ich bin überzeugt, dass ich noch reichlich Luft nach oben habe – wie übrigens die ganze Mannschaft.“

Coach Köllner hatte erst kürzlich betont, dass lediglich Spielführer Behrens nicht ersetzbar sei. Da trifft es sich gut, dass der frühere Darmstädter kaum verletzt ist. „Ich lebe für den Fußball und pflege meinen Körper entsprechend. Ich achte auf die Ernährung, darauf, dass ich genug schlafe und gut regeneriere“, erläuterte der FCN-Profi. Der neuen Herausforderung Bundesliga blickt er positiv und selbstbewusst entgegen: „Es wird sicher keine leichte Übung, andererseits brauchen wir auch keine Furcht vor ihr haben. Wir können mit allen mithalten, wenn wir uns auch durch Rückschläge nicht verbiegen lassen und weiterhin das beibehalten, was uns nach oben gebracht hat: Zusammenhalt, Herz und Leidenschaft.“