Behrens: „Spieler können kaum noch ehrlich ihre Meinung sagen“

Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Hanno Behrens und Tim Leibold vom 1. FC Nürnberg haben Kritik an der medialen und generellen Entwicklung des Profifußballs geübt. Der Zuschauerschwund sei die logische Folge des Authentizität-Schwundes.

„Als Spieler kann man öffentlich kaum noch seine ehrliche Meinung sagen. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt“, sagte Behrens gegenüber t-online.de. „Man wird selbst mit Aussagen konfrontiert, die vielleicht schon Jahre zurückliegen. Das führt dazu, dass wir Spieler vorsichtig werden und zwangsläufig Authentizität verloren geht.“ Teamkollege Leibold schlägt in die gleiche Kerbe. Wer verbal über das Ziel hinausschieße, „bekommt das wie einen Bumerang zurück. Das ist schade, müssen wir aber so akzeptieren“, sagte der 24-Jährige. Generell werde das Geschäft „immer größer und aufgeblähter“, ergänzte Leibold. „Und ich fürchte, dass es in den kommenden Jahren nicht besser wird.“

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Leibold war wie Behrens in den ersten vier deutschen Ligen aktiv. Den Zuschauerschwund in den Stadien hält er für die logische Konsequenz dieser Fehlentwicklung: „Stadionbesuche sind ein teures Vergnügen, das sich nicht jeder leisten kann und will“, sagte Leibold. „Da kann ich sehr gut nachvollziehen, dass sich viele Fans wieder nach ursprünglicherem Fußball sehnen. Ich persönlich finde diese Entwicklung bedauerlich.“