Bellarabi startet bei Bayer wieder durch

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Karim Bellarabi hat bereits Bundesliga-Geschichte geschrieben. Im August 2014 gelang dem Offensivspieler beim 2:0 im Gastspiel bei Borussia Dortmund das bislang schnellste Bundesliga-Tor – nach neun Sekunden zur 1:0-Führung.

Auch das 50.000. Tor der Bundesliga-Historie, erzielt im Februar 2017, geht auf das Konto des mittlerweile 28-Jährigen, der zuletzt mit sieben Toren in fünf Pflichtspielen wieder aufhorchen ließ. Für Trainer Heiko Herrlich ist Bellarabi wieder so wichtig, dass er ihn wegen leichter Oberschenkelprobleme diese Woche in Watte packt, damit er am Sonntag (15.30 Uhr) bei RB Leipzig wieder hundertprozentig fit ist. „Ich hoffe, dass er Sonntag wieder dabei ist“, sagte Herrlich.

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So begehrt war Bellarabi bei Bayer lange nicht mehr. Nach seinem Jubiläumstor in der Liga gab es über anderthalb Jahre kaum noch positive Schlagzeilen über den elfmaligen Nationalspieler, der mit der „Werkself“ einen katastrophalen Start in die neue Saison erwischte. Nach nur 21 Einsatzminuten in den ersten drei Spielen mit drei Niederlagen war sein persönlicher Tiefpunkt die Rote Karte in München beim 1:3 gegen die Bayern nach einem groben Foulspiel an Rafinha. „Ich möchte mich natürlich bei Rafinha und meiner Mannschaft für das unnötige Foul entschuldigen, es war keine Absicht“, schrieb der 28-Jährige geplagt von Gewissensbissen in den sozialen Netzwerken. Die folgende Vier-Spiele-Sperre bedeutete einen weiteren Rückschlag für Bellarabi auf seinem Weg zu einem Stammplatz.

Problemprofi meldet sich eindrucksvoll zurück

So rasant der Aufstieg des gebürtigen Berliners bis Sommer 2016 verlief, so tief war auch sein Fall. Auch durch die starke Konkurrenz von Leon Bailey immer weniger Einsatzzeiten bei Bayer, keine Berücksichtigung mehr von Bundestrainer Joachim Löw und dazu einige Blessuren: Bellarabi befand sich auf dem absteigenden Ast. Herrlich glaubte aber weiter an den blitzschnellen und technisch versierten Profi. „Es gibt Leute im Umfeld, die behaupten, du hast keinen Hunger mehr“, sagte er seinem Problemprofi und appellierte damit an dessen Ehre. Diese Ansprache zeigte Wirkung, Bellarabi meldete sich eindrucksvoll zurück.

Nachdem er als Joker durch ein Traumtor in der Nachspielzeit gegen Hannover 96 (2:2) Bayer einen Punkt gerettet hatte, gelang ihm in der Europa League beim 2:3 in Zürich ein Doppelpack. Es folgten ein Tor und zwei Vorlagen beim 6:2 in der Liga beim SV Werder Bremen und ein weiterer Doppelpack beim 5:0 im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach. Und selbst beim 1:4 am vergangenen Wochenende gegen die TSG 1899 Hoffenheim war Bellarabi nicht nur Torschütze des Ehrentreffers, sondern bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung auch bester Mann auf dem Platz.