Boldt: Junge Spieler sind das „Kerngeschäft“

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Bayer 04 Leverkusen hat einige der begehrtesten Youngster der Bundesliga in seinem Kader. Sportdirektor Jonas Boldt sprach in einem Interview nun darüber, welche Strategie der Werksklub diesbezüglich verfolgt.

Viel Geld in Transfers von jungen Talenten zu investieren, sei auf der Suche nach Neuzugängen Bayers „Kerngeschäft“, erklärte Boldt im Sonderheft des Portals transfermarkt.de und der Sport Bild. „Wenn man betrachtet, was wir für die Spieler ausgegeben haben und wie diese Spieler ihren Wert steigern, waren das allesamt Schnäppchen“, ergänzte der 36-Jährige. Ein Beispiel dafür sei der Brasilianer Paulinho, dem Boldt zutraut, „uns sehr schnell weiterzuhelfen. Und wenn man sieht, was andere Brasilianer seines Jahrgangs kosten, war er mit 18,5 Millionen Euro ja noch günstig.“

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Der südamerikanische Sektor sei Bayers „Kernmarkt“, sagte Boldt. Zwar liege der größte Fokus auf deutschen Talenten, da allerdings gebe es „kaum noch“ Schnäppchen. Dass in der Vergangenheit derart viele Südamerikaner nach Leverkusen wechselten, begründete Boldt auch damit, dass Bayer „vieles eingehalten“ habe und sich die Spieler weiterentwickeln konnten. Diese Entwicklung gepaart mit einem Transferplus sei dem Sportdirektor zufolge „in erster Linie ein Segen“. Zwar gibt es dann zwangsläufig auch Abgänge, „aber es ist deutlich mehr Segen, so viele wirklich hochklassige Talente im Team zu haben. Der Begriff Wermutstropfen passt aber besser als Fluch, da es in der Regel eine Entschädigung gibt, die hilft, uns wieder gut aufzustellen.“

Begehrte Spieler konnten gehalten werden

Im Sommer ist es Boldt gelungen, Spieler wie Julian Brandt, Jonathan Tah oder Leon Bailey zu halten, obwohl sie allesamt sehr begehrt sind. „Die Spieler sehen, dass sie bei einem ambitionierten Klub ihre Spielzeit bekommen, bei dem offen und ehrlich miteinander umgegangen wird. Natürlich kommt es hin und wieder vor, dass ein Spieler wechseln möchte. Dahingehend machen wir keine leeren Versprechungen und können deshalb auch mal Nein sagen“, erklärte der Sportdirektor. Besonders die beiden Erstgenannten „haben gesehen, dass hier etwas entsteht, von dem sie ein Teil sein wollen“. Beide seien sehr jung und können „mit dem nächsten Schritt dann vielleicht die Tür zu einem der ganz großen europäischen Klubs aufstoßen“, sagte Boldt.

Aufgrund der vielen jungen Spieler und des verpatzten Saisonstarts ist die Diskussion aufgekommen, ob Bayer Mentalitätsspieler fehlen. Boldt sieht an dieser Stelle kein Problem. „Wir haben vielleicht keinen Spahić oder Hyypiä mehr, die uns mal sehr geholfen haben. Aber ich glaube, dass die Truppe sehr homogen ist und viel Qualität hat. Die besten Spieler im besten Alter bekommen wir nicht, und dass Talente auch mal Lehrgeld bezahlen werden, ist uns klar“, betonte er.