Brasilien nur 1:1 gegen die Schweiz

Die brasilianische Nationalmannschaft startet mit stotterndem Motor in die Fußball-Weltmeisterschaft. Der Rekordweltmeister kam im ersten Gruppenspiel gegen die Schweiz nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus.

Brasiliens Nationaltrainer Tite vertraute derselben Elf, die Österreich im letzten Testspiel mit 3:0 besiegt hatte. Auf dem linken Flügel sollte Neymar wirbeln, im Mittelfeld agierte Barcelonas Philippe Coutinho und auf der Position des Linksverteidigers spielte Kapitän und Champions League-Sieger Marcelo. Der Schweizer Coach Vladimir Petković wechselte nach dem 2:0 gegen Japan viermal: Yann Sommer, Blerim Džemaili, Steven Zuber und Haris Seferović ersetzten Roman Bürki, Remo Freuler, Breel Embolo und Mario Gavranović. Mit Sommer (Borussia Mönchengladbach), Zuber (TSG 1899 Hoffenheim) und Manuel Akanji (Borussia Dortmund) bot Petković drei aktuelle Bundesliga-Legionäre von Beginn an auf.

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Die Brasilianer wurden ihrer Favoritenrolle in den Anfangsminuten nicht gerecht. Stattdessen setzten die Schweizer erste offensive Akzente: Xherdan Shaqiri bediente Džemaili von der rechten Seite, dieser setzte den Abschluss in Rücklage allerdings deutlich über das Tor (4.). Die Eidgenossen hatten die starke Sturmreihe der „Seleção“ in den ersten zehn Minuten gut im Griff. In der Folge zog Brasilien das Tempo aber an: Nach einer Hereingabe von Coutinho kam Paulinho aus kurzer Distanz zum Abschluss, traf den Ball aber nicht richtig; Sommer konnte den Schuss knapp rechts neben das Tor lenken (11.). Nach einer Viertelstunde hatten die Südamerikaner die Kontrolle über die Partie übernommen.

Coutinho per Traumtor – Zuber per Kopf

Brasilien tat sich weiterhin schwer, ein Traumtor musste als Dosenöffner herhalten: Coutinho schlenzte den Ball aus etwa 18 Metern Entfernung unhaltbar an den Innenpfosten und von da aus ins Schweizer Gehäuse (20.). Die „Nati“ erholte sich zügig vom Gegentor und versuchte, sich wieder mehr Spielanteile zu erarbeiten. Echte Gelegenheiten sprangen dabei aber nicht heraus. Brasilien nahm sich nach dem Führungstreffer eine schöpferische Auszeit. Nach einer halben Stunde verbuchten die Schweizer etwas mehr Ballbesitz, aber nur sehr wenige wirklich zielstrebig vorgetragene Angriffe. Den einzigen Volltreffer der anderen Art landete Zuber, der Thiago Silva beim versuchten Torschuss aus kurzer Distanz im Gesicht traf (40.). Silva erholte sich allerdings schnell und vergab in der Nachspielzeit nach einer Ecke per Kopf die Chance auf das 2:0 (45.+2).

Hatte die „Seleção“ die erste Hälfte stets kontrolliert und den Anschein erweckt, jederzeit einen Gang hochschalten zu können, wurden die Brasilianer nach dem Wiederanpfiff kalt erwischt: Shaqiri schlug einen Eckball in den Fünfmeterraum, Zuber war mit dem Kopf zur Stelle und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich (50.). Nun war der Rekordweltmeister zu mehr Einsatz gezwungen. Neymars Versuch aus spitzem Winkel wurde noch ans Außennetz abgefälscht (57.), Casemiros Distanzschuss geriet zu hoch (60.). Die Schweiz fokussierte sich auf die Defensive und lauerte auf schnelle Gegenstöße. Coutinho verfehlte das Schweizer Tor nach feiner Ballannahme um gut anderthalb Meter (70.).

Brasiliens Schlussoffensive bleibt unbelohnt

Auf der anderen Seite prüfte Džemaili Brasiliens Schlussmann Alisson Becker per Flachschuss (73.). Die Brasilianer intensivierten ihre offensiven Bemühungen, bissen sich an der Schweizer Abwehr aber immer wieder die Zähne aus. Neymar probierte es aus der Entfernung und scheiterte an Sommer (78.). Zehn Minuten vor dem Ende kam der Schalker Embolo für Seferović in die Partie (80.). Der ebenfalls eingewechselte Roberto Firmino verzog aus spitzem Winkel (82.). In den Schlussminuten rettete Sommer seiner Mannschaft den Punktgewinn. Der Keeper parierte zunächst den Kopfball von Neymar (88.) und kurz darauf auch den Kopfball von Firmino (90.). In der Nachspielzeit setzte der aufgerückte Innenverteidiger Miranda einen Schuss aus dem Rückraum knapp links neben das Gehäuse der Eidgenossen (90.+2).