Bremen siegt im Nordderby mit 1:0

Der SV Werder Bremen schlägt den Hamburger SV im 108. Nordderby mit 1:0 (0:0). Damit konnten die Bremer den Vorsprung vor dem Nordrivalen in der Tabelle auf neun Punkte ausbauen.

Florian Kohfeldt veränderte seine Startformation gegenüber der Niederlage beim SC Freiburg am vergangenen Wochenende auf einer Position: Für Aron Jóhannsson stand Zlatko Junuzović, der im Breisgau aufgrund von muskulären Problemen aussetzen musste, wieder von Beginn an auf dem Platz. HSV-Coach Bernd Hollerbach wechselte im Vergleich zum 1:2 gegen Leverkusen dreimal. Bakery Jatta, Aaron Hunt und André Hahn begannen anstelle von Mergim Mavraj, Sejad Salihović und Jann-Fiete Arp. Außerdem ließ der Übungsleiter seine Mannschaft statt in einem 3-4-1-2 im 4-2-3-1-System agieren.

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Beide Teams fokussierten sich in der Anfangsphase auf eine stabile Defensive, wobei sich der HSV nach etwa zehn Minuten größere Spielanteile erarbeiten konnte. Die erste Chance hatten allerdings die Bremer. Maximilian Eggestein versuchte aus 18 Metern sein Glück, Rick van Drongelen fälschte den Ball noch zur Ecke ab (16.). Auf der Gegenseite traf Jatta nach Kopfballablage von Hunt den Ball bedrängt von Niklas Moisander aus kurzer Distanz nicht richtig (17.). Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka hatte keine Probleme. Wenig später kam es zu Konfusion im Bremer Strafraum, weil Pavlenka nach einer Flanke von Gōtoku Sakai im Luftduell mit Gideon Jung den Ball nicht vernünftig klären konnte (25.).

Doch auch der Hamburger Torhüter Christian Mathenia zeigte sich bei hohen Bällen unsicher. Nach einer Ecke von links klärte der 25-Jährige nur unzureichend, Moisander kam aus dem Hintergrund zum Abschluss, der aber noch geblockt wurde (32.). Die Grün-Weißen bestimmten in der Schlussphase der ersten Hälfte die Partie und konnten sich Ballbesitzvorteile erarbeiten. Richtig gefährlich wurde es aber nicht mehr. Der erste Durchgang musste zu Beginn und kurz vor Schluss zweimal unterbrochen werden, weil Feuerwerkskörper aus dem Hamburger Fanblock in Richtung des Spielfelds abgefeuert wurden.

Van Drongelens Eigentor lässt Bremen jubeln

Werder startete engagiert in den zweiten Durchgang. Nach einer Ecke von rechts kam Ludwig Augustinsson am langen Pfosten an den Ball, Douglas Santos konnte die Situation gerade noch bereinigen (46.). Fünf Minuten später eroberte Jatta im Mittelfeld den Ball, marschierte einige Meter und spielte kurz vor dem Bremer Sechzehner zu Hunt, dessen Schuss etwas verrutschte und das Tor deutlich verfehlte (51.). Nach einer Stunde kam jener aus zentraler Position nach Ablage von Hahn nochmal zum Abschluss. Sein flacher Versuch ging allerdings erneut neben das Bremer Gehäuse (60.).

Trotz der beiden Gelegenheiten durch Hunt bestimmte Bremen nach dem Wiederanpfiff weitestgehend die Partie. Eggestein ließ Kyriakos Papadopoulos mit einer Körpertäuschung stehen, sein Linksschuss strich knapp am Pfosten vorbei (71.). Zehn Minuten vor Schluss köpfte Eggestein nach einer Flanke von Thomas Delaney den Ball auf das Tor des HSV und zwang Mathenia zu einer Parade (82.). Werder erhöhte noch einmal den Druck und wurde dafür belohnt: Der eingewechselte Jóhannsson kam nach Zuspiel von Philipp Bargfrede im Hamburger Strafraum zum Abschluss. Der Ball ging Mathenia durch die Beine und wurde von HSV-Verteidiger van Drongelen bedrängt von Ishak Belfodil final über die Torlinie befördert (86.).

Werder gewinnt eine insgesamt schwache Partie mit 1:0. Die Bremer haben damit nun neun Punkte Vorsprung vor dem HSV. Der Bundesliga-„Dino“ hingegen rangiert sieben Punkte hinter dem 1. FSV Mainz 05 auf dem Relegationsplatz und ist gegen die Rheinhessen am kommenden Spieltag noch etwas massiver unter Druck.