Bremen und Wolfsburg wollen Stabilität beweisen

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Wenn der SV Werder Bremen am Freitag (20.30 Uhr) den VfL Wolfsburg empfängt, geht es für beide Mannschaften darum, den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. Während die „Wölfe“ sich nach zwei Seuchen-Saisons stabilisieren, haben sich die Bremer das obere Tabellendrittel als Ziel gesteckt.

Werder-Coach Florian Kohfeldt sprach vorab von „positivem Druck“, der auf seinem Team laste. Mit einem Sieg gegen den VfL würde Bremen vorläufig auf den zweiten Platz klettern, im Falle einer Niederlage würden die Wolfsburger in der Tabelle an den Grün-Weißen vorbeiziehen. Nach Jahren des Abstiegskampfes gibt es an der Weser also endlich wieder etwas zu gewinnen, anstatt nur den Gang in die Zweitklassigkeit zu verhindern. Werder möchte beweisen, dass das 1:2 in Stuttgart nur ein Betriebsunfall in der steilen Entwicklung der Mannschaft war. Zusätzlich könnten die Profis ihren Trainer an seinem 36. Geburtstag mit einem Dreier beschenken. Kohfeldt hat seine Prioritäten aber klar sortiert: „Der Sieg steht im Vordergrund, alles andere kommt erst danach.“ Der Übungsleiter weiß die Schwere der Aufgabe genau einzuschätzen. „Das ist eine ganz andere Mannschaft als im letzten Jahr. Sie ist auf einem guten Weg, sich zu finden, auch wenn ihr vielleicht die letzte Stabilität noch fehlt“, sagte Kohfeldt über die Gäste. Verzichten muss er derweil auf Miloš Veljković (Gelb-Rot-Sperre) und Martin Harnik (Wadenverletzung).

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Auch die „Wölfe“ haben triste Jahre hinter sich, in den vergangenen beiden Spielzeiten mussten sie den Ligaverbleib jeweils in der Relegation retten. VfL-Trainer Bruno Labbadia sieht sein Team in der Entwicklung noch einen Schritt hinter den Bremern. „Werder spielt seit rund einem Jahr ziemlich stabil, wir hingegen befinden uns noch in einer Stabilisierungsphase“, meinte der 52-Jährige am Donnerstag. Zuletzt blieben die Wolfsburger viermal in Folge sieglos, dank des starken Auftakts mit Erfolgen gegen den FC Schalke 04 (2:0) und bei Bayer 04 Leverkusen (3:1) steht Wolfsburg aber immer noch auf einem guten siebten Platz. „Wir sind sechsmal richtig gut aufgetreten. Damit sind wir natürlich nicht unzufrieden, aber dafür waren es eigentlich noch zu wenig Punkte“, sagte Labbadia und forderte, dass seine Spieler auf den Erfahrungen der vergangenen Begegnungen aufbauen. Sie müssten sich „tagtäglich weiterentwickeln“, sagte er. „Wir brauchen diese Gier.“ Mit der Auswärtsfahrt ins Weserstadion steht den Niedersachsen eine Bewährungsprobe ins Haus. Admir Mehmedi (Wadenprobleme) wird dabei fehlen, Ignacio Camacho und Jérôme Roussillon sind noch fraglich.

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson – Bargfrede – Eggestein, Klaassen – Ōsako, Kainz – Kruse

VfL Wolfsburg: Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Camacho – Arnold, Malli – Steffen, Brekalo – Weghorst

Der SV Werder Bremen ist wettbewerbsübergreifend seit 16 Heimspielen – also seit Kohfeldts Amtsantritt – ungeschlagen und geht dementsprechend als Favorit in die Partie. Die Grün-Weißen traten in der bisherigen Saison durchweg dominant auf, konnten die Überlegenheit aber nicht immer in Punkte ummünzen. Der VfL Wolfsburg wird, ähnlich wie der VfB Stuttgart am vergangenen Samstag, auf Fehler der Hausherren lauern und seine Möglichkeiten in schnellen Umschaltaktionen suchen.