BVB brennt auf internationale Reifeprüfung

Foto: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images

Das Selbstbewusstsein ist riesig, die Form überragend: Angst vor der internationalen Reifeprüfung gegen Atlético Madrid und Weltmeister Antoine Griezmann verspürt bei Borussia Dortmund niemand.

„Wenn wir dieses Selbstvertrauen, diesen Speed nach vorn und die Sicherheit in unserem Spiel mitnehmen, traue ich uns einiges zu“, sagte Kapitän Marco Reus vor dem Champions League-Duell gegen den Europa League-Sieger am Mittwoch (21 Uhr). Die gelöste Stimmung beim Bundesliga-Tabellenführer kann nach elf Pflichtspielen ohne Niederlage in dieser Saison auch das Fragezeichen hinter dem Einsatz des Torjägers Paco Alcácer nicht trüben. Der Spanier laboriert an muskulären Problemen im Oberschenkel und fehlte am Dienstagnachmittag beim Training. „Wir wissen es noch nicht“, sagte Trainer Lucien Favre zu den Einsatzchancen.

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Der Schweizer Coach gab sich auf der abschließenden Pressekonferenz dennoch locker, er lachte viel. Nur als er mit der Dortmunder Europacup-Historie konfrontiert wurde, wurde Favre ernst. Auf dem Weg zum Europacupsieg der Pokalsieger 1966 und zum Champions League-Triumph 1997 traf der BVB jeweils auf Atlético. Doch davon wollte Favre nichts wissen: „Wir konzentrieren uns nur auf das Spiel.“ Mit einem weiteren Erfolg würde der achtmalige deutsche Meister das Tor zum Achtelfinale der Königsklasse weit aufstoßen, doch der Respekt vor dem abwehrstarken spanischen Vizemeister und Weltmeister Griezmann ist groß.

„Sie sind jung, aber sie sind gut“

„Seit sieben, acht Jahren ist es eine der besten Mannschaften in Europa“, sagte Favre, der besonders die Qualitäten Griezmanns hervorhob: „Er ist sehr geschickt. Seine Stärke ist die Effizienz.“ Diese bekam zuletzt die deutsche Nationalmannschaft bei ihrer 1:2-Niederlage in Frankreich zu spüren. Griezmann erzielte beide Treffer. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Marcel Schmelzer und Manuel Akanji wird das Duell mit den erfahrenen Spaniern für die Dortmunder Abwehr mit Abdou Diallo, Dan-Axel Zagadou und Achraf Hakimi zur Feuerprobe. „Sie sind jung, aber sie sind gut“, sagte Favre und sprach seiner Defensive damit viel Vertrauen aus.

Für den Dortmunder Angriff, der zuletzt viel Offensivwirbel entfachte, wird es gegen die Atlético-Defensivkünstler ebenso schwierig. „Wir müssen Geduld haben. Sie verteidigen extrem gut und machen die Räume eng. Wir werden wenige Torchancen bekommen. Daher ist es wichtig, diese zu nutzen. In den letzten Wochen haben wir diese Qualität gezeigt“, sagte Reus vor seinem 50. Europacup-Einsatz für den BVB. Mit einem weiteren Tor würde er zum alleinigen Rekordtorschützen der Borussia im Europacup aufsteigen (bisher 26 Treffer).

22 Treffer in fünf Spielen

Die Gruppe A der Königsklasse führen Dortmund und Atlético mit sechs Punkten nach zwei Spielen an. „Das ist eine Reifeprüfung und ein guter Gradmesser für uns“, sagte Reus. Doch nach fünf Pflichtspielsiegen in Serie mit beeindruckenden 22 Treffern sieht der BVB der schweren Aufgabe mit großem Optimismus entgegen. „Es wird eine knifflige Aufgabe. Aber jeder von uns brennt“, sagte Stürmer Maximilian Philipp.