BVB ohne großen Glanz im Achtelfinale

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund hat ohne Glanz sein erstes großes Etappenziel erreicht und ist ins Achtelfinale der Champions League eingezogen. Der BVB holte beim 0:0 gegen den belgischen Meister FC Brügge den nötigen Punkt, um zum achten Mal in die K.o.-Runde der Königsklasse einzuziehen.

Im Fernduell mit Atlético Madrid um den Gruppensieg ist Dortmund aber nun auf Schützenhilfe angewiesen. Der BVB muss sein letztes Gruppenspiel am 11. Dezember bei der AS Monaco gewinnen und zugleich auf einen Ausrutscher von Atlético gegen Brügge hoffen – sonst droht ein vermeintlich schwierigerer Gegner im Achtelfinale. Trotz des verpassten Sieges gegen Brügge vor 66.099 Zuschauern betrieb Dortmund Wiedergutmachung für die völlig verkorkste Vorsaison in der Champions League, als die Westfalen mit nur mickrigen zwei Punkten in der Gruppenphase ausschieden.

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Am Mittwoch waren die Vorzeichen ganz andere. Als Tabellenführer der Bundesliga strotzten die Dortmunder vor Selbstvertrauen, und sie wussten, dass bereits ein Punkt gegen Brügge für den insgesamt achten Einzug in die K.o.-Phase der Königsklasse reichen würde. Entsprechend scheute Dortmund zunächst das große Risiko und war um Kontrolle bemüht. Der FC Brügge, den BVB-Trainer Lucien Favre im Vorfeld als einen „sehr, sehr schwierigen Gegner“ bezeichnet hatte, stand sehr defensiv und lief die Dortmunder erst etwa 35 Meter vor dem eigenen Tor an. Dadurch fehlte dem BVB der nötige Platz, um sein gefürchtetes Kombinationsspiel im höchsten Tempo aufzuziehen.

Fehler werden im Kollektiv ausgemerzt

Dennoch fand Favres Team immer wieder Lücken, wenn es den Ball schnell laufen ließ. Nachdem Christian Pulisic zwei Möglichkeiten (10., 30.) vergeben hatte, tauchte plötzlich Kapitän Marco Reus frei vor dem Tor der Gäste auf, er verfehlt es aber um wenige Zentimeter (32.). Torjäger Paco Alcácer, der zuletzt als Joker für Furore gesorgt hatte, durfte diesmal von Beginn an ran. Der Spanier ersetzte Mario Götze im Sturmzentrum, hatte aber zunächst kaum Bindung zum Spiel. Gewohnt aktiv war dagegen Verteidiger Łukasz Piszczek, der sein 45. Champions League-Spiel für Dortmund absolvierte und damit zum alleinigen BVB-Rekordspieler in der Königsklasse avancierte.

Auch im zweiten Durchgang bestimmte Dortmund das Geschehen und schnürte die Gäste teils minutenlang in deren Hälfte ein. Doch es fehlten die Ideen, das Tempo und der in der Bundesliga so oft gezeigte Spielwitz, um die Defensive der Belgier vor ernsthafte Probleme zu stellen. Auch der auffällige Pulisic lief sich bei einem Solo fest. In dieser Phase leistete sich der BVB nun auch einige leichte Fehler im Aufbau und lud die Belgier so immer wieder zu Kontern ein. Doch sowohl Abdou Diallos missglückter Pass als auch ein Fehler von Dan-Axel Zagadou blieben unbestraft. Auch, weil Kapitän Reus mehrere Ballverluste mit großem Einsatz noch ausbügelte.