BVB sucht gegen Nürnberg die Leichtigkeit

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund empfängt am Mittwochabend (20.30 Uhr) den 1. FC Nürnberg zum fünften Spieltag. Die Schwarz-Gelben sind tabellarisch mit dem dritten Rang zwar auf Kurs, konnten Lucien Favres System aber noch nicht vollends verinnerlichen. Der „Club“ kommt dagegen mit dem Schwung des ersten Saisonsiegs.

Das 1:1 am vergangenen Samstag bei der TSG 1899 Hoffenheim warf in Dortmund Fragen auf. Die stark besetzte Offensive präsentierte sich lange Zeit harm- und ideenlos, die Defensive ließ eine Vielzahl Hoffenheimer Möglichkeiten zu. Am Ende erkämpften sich die Westfalen einen glücklichen Punkt, spielerischer Fortschritt ließ sich dagegen nicht erkennen. Neben den fußballerischen Defiziten nahm die Borussia aus der Partie in Sinsheim noch eine weitere Hypothek mit: Abdou Diallo wird nach seiner Roten Karte auch gegen Nürnberg gesperrt fehlen. Ömer Toprak ist wegen seines Muskelfaserrisses noch keine Option. Bei Angreifer Paco Alcácer (Oberschenkelprobleme) wird es dagegen ein Spiel gegen die Zeit, in der Causa Mario Götze konnte Favre am Montag noch kein abschließendes Urteil fällen: „Es liegt am Gegner und am System, ob er dabei ist oder nicht.“ Vor den Nürnbergern zeigte der Schweizer im Vorfeld großen Respekt. „Sie sind sehr athletisch, sie haben sehr viel Power, sie spielen sehr schnell über die Seite. Wir müssen eine sehr, sehr gute Leistung bringen, wenn wir gewinnen wollen“, meinte der BVB-Coach.

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Trotz aller Schwächen, die die Borussia in der Frühphase der Saison offenbarte, weiß FCN-Coach Michael Köllner um die Qualität des Gegners. „Dortmund hat mit Favre einen Top-Trainer, der Kader spricht ebenfalls für sich. Fußballerisch sind sie eine extrem starke Truppe“, meinte der 48-Jährige. Nichtsdestotrotz treten die Franken die Auswärtsfahrt nicht für den Freizeitwert des Signal Iduna Parks an: „Wir fahren nicht dorthin, um uns Autogramme abzuholen, sondern um zu punkten. Wir haben aus dem Hannover-Spiel viel Rückenwind mitgenommen.“ Gegen die 96er holte Nürnberg einen 2:0-Sieg und damit die ersten drei Punkte in der Bundesliga seit beinahe viereinhalb Jahren. Matchwinner für den Aufsteiger war Stürmer Törles Knöll, der in den vier Minuten nach seiner Einwechslung ein Tor vorbereitete und das zweite selbst erzielte. Ob der 21-Jährige nach dieser Empfehlung beim BVB seine Chance von Beginn an erhält, bleibt abzuwarten. Generell plant Köllner mit wenigen Veränderungen: „Eine große Rotation ist nicht zu erwarten.“

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Zagadou, Schmelzer – Witsel – Dahoud, Delaney – Pulisic, Reus – Alcácer

1. FC Nürnberg: Bredlow – Valentini, Margreitter, Mühl, Leibold – Petrák – Fuchs, Behrens – Kubo – Ishak, Misidjan

Borussia Dortmund ist vor heimischem Publikum allein schon wegen des Namens der klare Favorit. Die Schwarz-Gelben verfügen über die deutlich größere individuelle Klasse. Der 1. FC Nürnberg hat mit dem Erfolg gegen Hannover 96 aber Blut geleckt und wird alles daran setzen, es dem BVB so schwer wie möglich zu machen. Zeigen die Dortmunder keinen Fortschritt, könnte der „Club“ ein hartes Stück Arbeit werden.