BVB: Superjoker Alcácer, genialer Reus

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Marco Reus nahm Rekordjoker Paco Alcácer lächelnd in den Arm, dann ließen sich die beiden Seite an Seite mit den anderen Dortmunder Überfliegern feiern. Das gnadenlos effektive Duo hatte den BVB gerade zum 2:0 (1:0) gegen den SC Freiburg und damit zum zehnten Saisonsieg im 13. Spiel geschossen – da outete sich selbst Freiburgs Trainer Christian Streich als Fan des Dortmunder Spiels.

„Dieses unglaubliche Tempo von Borussia Dortmund ist schwer zu verteidigen“, sagte Streich voller Anerkennung für den souveränen Tabellenführer. „Sie haben einfach eine brutale Qualität.“ Vor allem aber haben die Dortmunder einen extrem formstarken Kapitän Reus – und mit dem Spanier Alcácer einen Einwechselspieler für die Geschichtsbücher. Reus verwandelte in der 40. Minute einen Foulelfmeter zu seinem neunten Saisontor und zur Dortmunder Führung, in der ersten Minute der Nachspielzeit setzte Alcácer mit seinem neunten (!) Jokertor den Schlusspunkt. Mehr Treffer hat in der Geschichte der Fußball-Bundesliga noch kein anderer Einwechselspieler erzielt – und nur, um die Leistung richtig einzuordnen: Alcácer hat jetzt noch 21 weitere Spieltage, um seine Rekordbilanz auszubauen.

- Anzeige -

Trainer Lucien Favre sprach zwar von einem Tor, das „das Kollektiv erzielt hat“, allerdings weiß auch der Schweizer, wie wichtig Alcácers Einfluss auf das Spiel ist. Diesmal traf der 25-Jährige 21 Minuten nach seiner Einwechslung – insgesamt zehn Tore in 281 Minuten sind ein überragender Wert. „Dieser Sieg ist extrem wichtig“, sagte Kapitän Reus, und er gab fast eins zu eins die Worte seines Trainer wieder: „Wichtig war vor allem, dass wir in den entscheidenden Aktionen das Tempo in die Aktionen bekommen haben.“ Was am Mittwoch beim zähen 0:0 in der Champions League gegen den ebenfalls sehr defensiven FC Brügge nur selten gelang, lief am Samstag gegen einen ähnlich eingestellten Gegner schon deutlich besser. Der BVB sorgte immer dann für Gefahr, wenn er zu seinem gefürchteten Hochgeschwindigkeitsfußball kam.

„Es ist gut, dass eine normale Woche kommt“

Vor allem Jadon Sancho und Jacob Bruun Larsen stellten die Freiburg vor große Probleme. Sancho war es auch, der vor dem ersten Treffer den Elfmeter herausholte und das 2:0 genial vorbereitete. „Das war fantastisch“, sagte Favre und betonte: „Es ist nicht einfach, gegen eine solch defensive Mannschaft zu spielen. Wir mussten Geduld haben, rechts, links, links, rechts spielen und eine Lücke suchen.“ Dass das letztlich gelang, „war sehr gut“, meinte Favre. Rekordmeister FC Bayern München hinkt mit neun Zählern Rückstand weiter hinterher. Besser ist der BVB übrigens nur in der Saison 2010/11 in eine Spielzeit gestartet. Nach elf Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage zum Auftakt holte Dortmund unter Trainer Jürgen Klopp am Ende den Meistertitel. Acht Jahre später wollten Reus und Co. davon nichts wissen. „Es ist gut, dass nun eine normale Woche kommt“, sagte der Kapitän angesichts der hohen Belastung in den vergangenen Tagen und mit Blick auf das Derby am nächsten Samstag (15.30 Uhr): „Jetzt bereiten wir uns auf Schalke vor.“