BVB trotz geglücktem Start mit einigen Baustellen

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Durch ein Duseltor von Geburtstagskind Christian Pulisic hat Borussia Dortmund einen Fehlstart in die Champions League verhindert. Der BVB hat aber noch viel Luft nach oben – das trifft auch auf Mario Götze zu.

Als Pulisic das Jan-Breydel-Stadion kurz vor Mitternacht verließ, war er nach dem kuriosesten Geschenk an seinem Ehrentag überglücklich. „Es ist mein Geburtstag, da nehme ich das gerne mit“, sagte der 20-Jährige nach seinem Duseltor zum schmeichelhaften 1:0 (0:0)-Erfolg von Borussia Dortmund zum Champions League-Auftakt beim FC Brügge und stellte zufrieden fest: „Es war ein schöner Tag.“ Pulisic beendete 559 Tage und acht Spiele ohne Dortmunder Sieg in der Königsklasse. „Ich wollte der Mannschaft helfen, das habe ich geschafft“, sagte der eingewechselte Amerikaner. Vor seinem späten Treffer (85.) war er von Gegenspieler Matej Mitrović angeschossen worden, dann senkte sich der Ball über den verdutzten Torhüter Karlo Letica ins Netz. „Ich dachte, dass er vielleicht die Latte trifft“, räumte Pulisic ein. „Ich war halt im richtigen Augenblick am richtigen Ort.“

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Dieser „dreckige Sieg“, wie Sportdirektor Michael Zorc ihn nannte, dürfte auf dem Weg ins Achtelfinale Gold wert sein. „Im letzten Jahr hätten wir das Spiel nicht gewonnen“, sagte Torhüter Roman Bürki. In der vergangenen Saison war der achtmalige deutsche Meister mit nur zwei Punkten nach sechs Spielen in der Vorrunde sang- und klanglos gescheitert. Dementsprechend zufrieden waren die Spieler und Verantwortlichen, auch wenn noch viel Luft nach oben vorhanden ist. „Ich habe natürlich nicht mein bestes Spiel gemacht“, gestand Götze ein. Lucien Favre hatte den einstigen WM-Helden in den ersten drei Ligaspielen keine Minute spielen lassen, in Brügge stand er in der Startelf. „Mein Anspruch“, betonte Götze, „ist es immer, dass ich spiele. Daran wird sich nie etwas ändern. Dafür habe ich zu viel erlebt und zu viel Erfolg gehabt.“

Reus: „Müssen spielerisch noch eine Menge zulegen“

Kapitän Marco Reus machte sich für weitere Einsätze seines Kumpels stark. „Er ist ein wichtiger Bestandteil für uns, weil er großartige Fähigkeiten besitzt. Das werden wir in dieser Saison noch sehen“, sagte Reus. Von diesen großartigen Fähigkeiten war in Brügge nichts zu sehen. Götze blieb wie die gesamte Dortmunder Offensive blass. „Wir hatten Mühe, den Gegner zu destabilisieren“, nannte es Favre. Reus stellte fest, dass man noch nicht da sei, wo man sein wolle: „Wir müssen daran arbeiten, in die torgefährlichen Räume zu stoßen. Spielerisch müssen wir noch eine Menge zulegen.“

Dank des Auswärtssieges und des guten Ligastarts kann diese Arbeit in Ruhe stattfinden. Zudem beweist der BVB in dieser Saison eine neue Stärke. Mit Ausnahme der Nullnummer in Hannover sind die Dortmunder vor dem gegnerischen Tor äußerst effizient. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren brauchen die Schwarz-Gelben nur wenige Chancen für einen Treffer. Daher gibt sich auch Favre gelassen. „Wir haben einen sehr guten Kader, aber viele junge Spieler. Das braucht Zeit“, sagte der Schweizer. Immerhin hat er genug Optionen. In Brügge wechselte er wie zuletzt gegen Frankfurt den Sieg ein. „Wir brauchen die Impulse von der Bank“, sagte Bürki. Gegen Brügge war es ein glücklicher Impuls.