BVB: Überangebot und reihenweise Ausfälle

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Bundesligist Borussia Dortmund ist auf dem Papier mit einem absoluten Top-Kader ausgestattet. Aufgrund von Verletzungen könnten die Westfalen in den kommenden Wochen allerdings Probleme in der Defensive bekommen.

Die etatmäßige Innenverteidigung des BVB bilden Manuel Akanji und Abdou Diallo. Erstgenannter kam bereits im Januar 2018 vom FC Basel an die Ruhr, Diallo folgte in diesem Sommer (1. FSV Mainz 05). Zusammen kosteten beide Abwehrspieler rund 50 Millionen Euro Ablöse. Allein deshalb ist es keine Überraschung, dass das Duo gesetzt ist. Da beide bisher zudem mit guten Leistungen aufwarten, braucht sich Trainer Lucien Favre eigentlich keine Sorgen machen. Dahinter jedoch wird es knapp. Ömer Toprak zog sich kürzlich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und wird dem BVB mindestens zwei Wochen fehlen. Zwar hat der 29-Jährige in der laufenden Saison noch kein Pflichtspiel absolviert, sein Ausfall könnte dennoch wehtun.

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Am kommenden Dienstag (21 Uhr) startet Dortmund beim FC Brügge in die Champions League-Saison. Auf internationaler Ebene spielt nicht nur die Qualität der Spieler eine Rolle, sondern auch ihre Erfahrung. Akanji kommt in seiner Karriere auf insgesamt sieben Einsätze in Champions und Europa League, Diallo auf einen. Toprak kann an dieser Stelle wesentlich mehr Spiele vorweisen. 46 Mal lief er für Bayer 04 Leverkusen und den BVB in internationalen Klub-Wettbewerben auf. Derart viel Erfahrung bedeutet automatisch mehr Ruhe im eigenen Spiel und eine gewisse Abgeklärtheit, die Akanji und Diallo sich womöglich erst noch aneignen müssen. Als Back-Up steht in der Innenverteidigung nur noch Dan-Axel Zagadou parat. Der Franzose ist 19 Jahre alt und kommt auf drei Einsätze in Champions sowie Europa League.

Schmelzer vorerst ohne Konkurrenten

Auch Raphaël Guerreiro zog sich in der Länderspielpause eine Oberschenkelverletzung zu und fällt aus. Hinten links ist der BVB ebenfalls nicht sonderlich breit besetzt. Ex-Kapitän Marcel Schmelzer absolvierte die ersten drei Pflichtspiele der Westfalen von Beginn an, kann allerdings nur durchschnittliche Werte vorweisen. An den ersten beiden Bundesliga-Spieltagen gewann Schmelzer lediglich 45 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte nur 72 Prozent seiner Pässe an den Mann. Immerhin gelang ihm beim 4:1-Sieg gegen Leipzig eine Torvorlage. Zwar wird der Routinier vorerst wohl gesetzt bleiben; dass ein Konkurrent auf seiner Position einen Rückschlag hinnehmen musste, wird seine Leistungen aber nicht beflügeln. Ohne Konkurrenz verlässt sich Schmelzer womöglich zu sehr darauf, dass er sowieso spielt. Jeremy Toljan kann ebenfalls hinten links spielen, läuft aber lieber auf der rechten Seite auf. Einen direkten Konkurrenten hat Schmelzer aktuell also nicht.