BVB übt sich in Zurückhaltung

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund eilt in der Bundesliga von Sieg zu Sieg – im Gegensatz zum FC Bayern München, der sich nicht aus seiner Krise befreien kann. Von der Meisterschaft wollen die BVB-Verantwortlichen trotzdem (noch) nicht sprechen.

Nicht einmal der kurze, aber extrem laute (Fehl-)Alarm im Presseraum konnte Lucien Favre aus der Ruhe bringen. Trotz des neunten Saisonsiegs und neun Punkten Vorsprung auf die Bayern stapelte der Trainer von Borussia Dortmund nach dem 2:1 (0:0) beim 1. FSV Mainz 05 bewusst tief – das „M-Wort“ steht beim unangefochtenen Tabellenführer der Bundesliga weiterhin auf dem Index. „Überhaupt nichts“ bedeute ihm das zeitgleiche 3:3 der Münchner gegen Fortuna Düsseldorf, sagte Favre und zählte noch Gladbach, Frankfurt, Leipzig und Hoffenheim als weitere Konkurrenten um die Meisterschaft auf. „Natürlich schauen wir auf die Tabelle, aber es gibt noch andere Mannschaften, die sehr, sehr stark sind. Gegen jeden Gegner ist es sehr, sehr schwer. Auch heute war es ein Arbeitssieg“, sagte er.

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Verlassen konnte sich der Schweizer dabei wieder auf seinen Super-Joker Paco Alcácer. Der Spanier traf keine zwei Minuten, nachdem er den Platz betreten hatte (66.) – insgesamt war es das zwölfte BVB-Tor eines Einwechselspielers in dieser Bundesligasaison. „Er spürt den Fußball, er ist so geboren“, sagte Favre und fügte lächelnd an, dass auch Łukasz Piszczek (76.) ein schönes Tor geschossen habe. Sportdirektor Michael Zorc empfahl dennoch nach dem Abpfiff einen Blick in den Kalender. „Wir haben November, nicht Mai“, sagte der 56-Jährige gut gelaunt und ergänzte: „Du wirst nicht automatisch Meister, nur weil du vor den Bayern stehst. Das ist gar nicht unser Thema. Für diese Rechenspielchen ist es viel zu früh. Wir werden von unserem Weg nicht abweichen und den Ball flachhalten.“

Harte Arbeit in der Schlussphase.

Es sei schließlich nicht so gewesen, „dass wir hier über 90 Minuten dominiert hätten“, sagte Zorc. Auch Favre analysierte später ein „sehr, sehr schweres Spiel“. Die Schlussminuten hatte der Trainer wild gestikulierend an der Seitenlinie verbracht, mit dem Schlusspfiff riss er beide Fäuste in die Höhe. Der kurze Adrenalinschub beim Fehlalarm während der Pressekonferenz war nichts dagegen. „Wir haben noch viel zu lernen“, sagte der 61-Jährige, der meinte: „Viele Details, technisch und taktisch. Nur das zählt, die Arbeit. Alle Spieler müssen so weiter trainieren wie im Moment. Es sind noch viele Spiele. Das nächste gegen Brügge.“ In der Champions League gegen den belgischen Meister am Mittwoch (21.00 Uhr) reicht dem BVB ein Unentschieden zum Erreichen der K.o.-Runde.