BVB und Frankfurt läuten englische Wochen ein

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Nach der Länderspielpause geht die Saison in die Vollen: Zum Auftakt der englischen Wochen peilt Borussia Dortmund am Freitagabend (20.30 Uhr) einen Sieg gegen Eintracht Frankfurt an. Trainer Lucien Favre aber weist darauf hin, dass sein Team noch etwas Zeit benötige.

Fulminant war Dortmund in die Runde gestartet, das 4:1 gegen RB Leipzig zum Auftakt hatte die Fans bereits träumen lassen. Dass nach der durchwachsenen Vorsaison aber noch nicht alle Baustellen geschlossen sind, wurde an Spieltag Nummer zwei deutlich. Torlos trennte sich der BVB von Hannover 96, auch unter Neu-Coach Favre läuft noch nicht alles reibungslos. Daraus macht der Schweizer auch gar keinen Hehl: „Wir wollen immer gewinnen“, sagte Favre vor dem Duell mit Frankfurt, „aber wie gesagt, wir brauchen Zeit, ich brauche Zeit, das beste System zu finden.“ Dieses Unterfangen sollten die Borussen möglichst bald vorantreiben, die kommenden Wochen nämlich haben es in sich: Sieben Spiele in 23 Tagen warten, darunter das Champions League-Duell mit Brügge am kommenden Dienstag (21 Uhr). Sein Debüt feiern könnte am Freitag der Dortmunder Königstransfer Paco Alcácer. „Du kannst mit ihm kombinieren, er spielt Fußball, er ist vor dem Tor geschickt“, sagte Favre, ergänzte allerdings: „Wir müssen ihn peu à peu integrieren.“ Verzichten muss der Schweizer Coach dagegen auf die verletzten Ömer Toprak und Raphaël Guerreiro. Hinter einem Einsatz Christian Pulisic stand auch am Donnerstag noch ein Fragezeichen, der Angreifer leidet unter muskulären Problemen.

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Gerade mal vier Pflichtspiele stecken der Eintracht bislang in den Knochen, dennoch haben die Anhänger der Hessen bereits ein Auf und Ab der Gefühle erlebt. Nach dem 0:5 im Supercup gegen den FC Bayern und dem Pokal-Aus in Ulm (1:2) herrschte bereits Krisenstimmung – dann allerdings kam ein 2:0-Erfolg gegen Freiburg zum Bundesliga-Auftakt. In Frankfurt durfte erst mal aufgeatmet werden, zumindest die schlimmsten Abstiegsängste waren beseitigt. Zuletzt allerdings setzte es ein 1:2 gegen Bremen. Nach dem Umbruch im Sommer und dem Trainerwechsel von Niko Kovač zu Adi Hütter sind die Leistungen der Eintracht noch schwankend. Umso schwerer fällt der Ausfall von Ante Rebić ins Gewicht. Der kroatische Stürmer fehlt auch gegen Dortmund aufgrund von Adduktorenproblemen. Gute Nachrichten gab es dagegen von Mijat Gaćinović. Der Mittelfeldspieler werde gegen Dortmund „aller Voraussicht nach zum Einsatz kommen“, sagte Hütter am Donnerstag. Gegen den BVB fordert der Österreicher einen mutigen Auftritt seiner Mannschaft: „Wir wollen uns nicht verstecken und auch in der Offensive Lösungen finden. Ich glaube an mein Team“, erklärte Hütter die Marschroute.

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Diallo, Schmelzer – Dahoud, Witsel, Delaney – Reus, Alcácer, Bruun Larsen

Eintracht Frankfurt: Trapp – da Costa, Abraham, Russ, N’Dicka – Torró, Fernandes – Müller, Gaćinović, Kostić – Haller

Fest eingeplant dürfte Dortmund die drei Punkte gegen Frankfurt haben. Die Eintracht nämlich hat die erste Krise zwar erst mal überstanden, präsentiert sich allerdings nach wie vor ziemlich instabil. Zwar versuchte BVB-Coach Favre vor dem Duell, die Erwartungshaltung etwas zu dämpfen. Ein Sieg ist dennoch Pflicht für die Borussia – und angesichts der weiteren Aufgaben ein wichtiger Faktor fürs Selbstbewusstsein.