BVB will Serie im Revierderby fortsetzen

Foto: Sascha Schuermann/AFP/Getty Images

Bei der Farbauswahl lagen Lucien Favre und Michael Zorc daneben. Während der Trainer von Borussia Dortmund auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem Revierderby beim FC Schalke 04 in einem hellblauen Hemd erschien, trug der Sportdirektor einen dunkelblauen Pullover.

„Wir legen Wert auf die Feststellung, dass es kein Königsblau ist“, sagte Zorc scherzhaft. Die Stimmung beim souveränen Spitzenreiter der Bundesliga vor dem Duell beim Erzrivalen am Samstag (15.30 Uhr) könnte nicht besser sein. Im Idealfall krönt sich der BVB an diesem Spieltag bereits zum Herbstmeister, Schalke benötigt bei 19 Punkten Rückstand schon das viel zitierte Fernglas beim Blick auf die Dortmunder. Von Überheblichkeit ist beim achtmaligen deutschen Meister aber trotz des Vorsprungs nichts zu spüren. „Es wird ein sehr schweres Spiel. Das ist klar“, sagte Favre vor seiner Revierderby-Premiere. „Es ist speziell. Die Rivalität gehört dazu. Das weiß ich.“

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Seit drei Jahren wartet die Borussia auf einen Sieg gegen die Königsblauen. Dementsprechend groß ist der Respekt vor dem schwächelnden Vizemeister. „Schalke könnte in der zweiten Liga spielen, dann wäre es auch ein schweres Spiel“, sagte Thomas Delaney beim Fußball-Talk der Ruhr Nachrichten vor „einem der größten Spiele in Europa“. Der Däne ist eines der Gesichter des Dortmunder Erfolgs. Zorc und Co. bewiesen im Sommer ein goldenes Händchen auf dem Transfermarkt. Am Samstag werden in Łukasz Piszczek, Kapitän Marco Reus und Torhüter Roman Bürki wohl nur drei Spieler in der Startelf stehen, die auch bei der 0:2-Niederlage im April begonnen haben. Der BVB hat aus einer mäßigen Saison die richtigen Lehren gezogen und ist auch nach 13 Spielen in der Liga noch ungeschlagen. Noch besser in eine Saison sind die Westfalen zuletzt im Meisterjahr 2010/11 gestartet.

Trauerfall in der Familie: BVB-Training ohne Sancho

Doch die Statistik und der Tabellenplatz spielen am Samstag keine Rolle. „Das Derby gewinnt die Mannschaft, die es mehr will“, sagte Marcel Schmelzer. Delaney erwartet daher noch „mehr Leidenschaft, mehr Herz, mehr Emotionen“. Der BVB ist bereit. Mit 37 Treffern läuft die Tormaschine um Joker Paco Alcácer auf Hochtouren. Der BVB hat in dieser Saison 43,5 Prozent seiner Chancen verwertet. Schalke brachte es dagegen in 13 Spielen erst auf 14 Tore. Die Favoritenrolle ist daher klar verteilt und wird vom Tabellenführer auch angenommen. „Wir wollen das Spiel bestmöglich gestalten, gewinnen und unsere weiße Weste verteidigen“, sagte Zorc. Dabei hofft der BVB auch auf einen Einsatz von Jadon Sancho. Der englische Jung-Nationalspieler fehlte am Donnerstag im Training aufgrund eines Trauerfalls in der Familie. Die Vorzeichen für den BVB sind dennoch gut. Und wenn es doch schiefgehen sollte? „Wir werden auch danach noch Tabellenführer sein“, sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung. Auch das trägt zur guten Stimmung bei.