Celta Vigo macht wieder von sich reden

Foto: Miguel Riopa/AFP/Getty Images

In der vergangenen Saison enttäuschte Celta Vigo in der spanischen La Liga und belegte am Ende nur den 13. Tabellenplatz. Zum Auftakt der neuen Spielzeit zeigten die im Sommer personell aufgefrischten Küstenstädter wieder ein anderes Gesicht und sind derzeit ärgster Verfolger der beiden Schwergewichte.

Der FC Barcelona und Real Madrid setzten sich mit der optimalen Ausbeute von neun Punkten aus drei Partien wenig überraschend bereits früh in der Saison an die Tabellenspitze. Mit sieben Punkten direkt dahinter: Celta Vigo. Der Verein aus der autonomen Region Galicien ließ dem Unentschieden zum Auftakt gegen Espanyol Barcelona (1:1) zwei Siege bei UD Levante (2:1) und gegen Atlético Madrid (2:0) folgen. Besonders mit dem Erfolg gegen die „Colchoneros“ unterstrich Celta die eigenen Ansprüche, die in Richtung europäisches Geschäft gehen. Dort haben die „Celtistas“ vor nicht allzu langer Zeit für Aufruhr gesorgt: 2016/17 scheiterte Vigo erst im Halbfinale der Europa League an Manchester United.

- Anzeige -

In derselben Saison begann allerdings auch der Niedergang. Der Dreifachbelastung hielt Vigo nicht ohne Substanzverlust statt, sodass es am Ende in der Liga nur zu Rang 13 reichte. Diese Platzierung wiederholten die Galicier in der Folgesaison – diesmal ohne internationales Engagement nebenbei. Für die neue Spielzeit will Vigo wieder angreifen und hat dafür weitreichende Veränderungen am Kader vorgenommen: Für Fran Beltrán, Néstor Araujo, Okay Yokuşlu und Mathias Jensen gab Celta 26 Millionen Euro aus. David Juncà kam zudem ablösefrei, Soufiane Boufal und Júnior Alonso wurden ausgeliehen. Dafür verließen langjährige Akteure wie Jonny Castro, Sergi Gómez, John Guidetti oder Daniel Wass den Verein.

Starkes Sturmtrio garantiert Torgefahr

Doch nicht nur in der Mannschaft hat sich einiges getan, auch der Mann an der Seitenlinie ist neu: Antonio Mohamed übernahm das Traineramt im Sommer nach der Entlassung von Juan Carlos Unzué. Der 48-Jährige hatte bislang lediglich in Südamerika gearbeitet, war dort aber mit CF América und Club Tijuana dreimal mexikanischer Meister geworden. Der Argentinier baute in der Vorbereitung eine stabile Mannschaft um Torhüter Sergio Álvarez, Kapitän Hugo Mallo und Organisator Stanislav Lobotka. Die entscheidende Rolle übernimmt das Offensivtrio: Der spanische Nationalspieler Iago Aspas, der Uruguayer Maximiliano Gómez und der Däne Pione Sisto zeichneten sich für vier der fünf bisherigen Saisontore verantwortlich.

Die Qualität des Vigo-Angriffs ist offensichtlich: Aspas war Teil des spanischen Kaders für die Weltmeisterschaft in Russland. Der 31-Jährige kam in drei der vier Partien zum Einsatz und konnte im abschließenden Gruppenspiel gegen Marokko (2:2) sogar treffen. Gómez war im Sommer 2017 erst aus Uruguay zu Celta gewechselt und schlug in seiner Premierensaison so richtig ein: Der 21-Jährige erzielte 19 Treffer in 36 Spielen. Mit zwei Toren und zwei Vorlagen ist Gómez aktuell schon wieder der Top-Scorer der Mannschaft. Sisto dagegen bringt mit seiner Schnelligkeit und seiner Technik die nötige Unberechenbarkeit ins Angriffsspiel der Galicier. In der vergangenen Spielzeit legte der Linksaußen ganze zehn Ligatreffer auf.

Systemumstellung verschafft defensive Stabilität

Die Offensive war auch in der Vorsaison bereits das Prunkstück. Mit 60 Gegentreffern stellte Celta allerdings die viertschwächste Defensive der Liga. Mehr Tore kassierten nur die drei Absteiger. Doch auch hier scheint Mohamed die richtige Balance gefunden zu haben: Zwei Gegentreffer nach drei Spieltagen lassen sich sehen. Nach dem Auftaktspiel stellte der Übungsleiter das System um und ließ in der Folge mit einer Dreier- statt Viererkette spielen. Der Schachzug ging auf, Celta gewann sowohl in Levante als auch gegen Atlético. Die „Olívicos“ sind auf dem besten Weg, wieder eine relevante Rolle im spanischen Fußball einzunehmen.