Champions League-Premiere unter ungünstigen Vorzeichen

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Die TSG 1899 Hoffenheim feiert am Mittwoch ihr Debüt in der Champions League – nur der Zeitpunkt passt irgendwie nicht. Vor dem Duell beim ukrainischen Meister Schachtar Donezk sind einige Spieler angeschlagen, die Form der Mannschaft könnte außerdem besser sein.

Als die Hoffenheimer Königsklassen-Neulinge mit etwas Verspätung in Richtung Ukraine abhoben, war der Bundesliga-Frust schon wieder verflogen. Die Verletzungssorgen? Die verpatzte Generalprobe? „Die Freude ist sehr groß“, sagte TSG-Sportchef Alexander Rosen vor dem Champions League-Debüt der Kraichgauer ungeachtet der schlechten Nachrichten in den vergangenen Tagen: „Wir treten nicht an, um die Hymne zu hören. Wir wollen gewinnen. Es warten große Herausforderungen.“ Die erste von mindestens sechs ist am Mittwoch (18.55 Uhr) das Duell beim ukrainischen Meister Schachtar Donezk, das aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen allerdings in Charkiw stattfindet.

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Für Hoffenheim wäre diese Aufgabe allein ja schon anspruchsvoll genug – personelle Probleme sowie Leistungsschwankungen wie am Wochenende gegen den Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (1:2) erschweren sie allerdings zusätzlich. „Wir haben genug Selbstvertrauen, um es nun besser zu machen“, sagte Nationalspieler Nico Schulz, der von seinen (offensiven) Mitspielern allerdings mehr Kaltschnäuzigkeit einforderte. Und die scheinen die Botschaft auch verstanden zu haben. „Wir wollen ganz Europa zeigen, für welchen Fußball wir stehen und zu was wir in der Lage sind“, sagte der kroatische Vize-Weltmeister Andrej Kramarić.

Hopp: „Platz zwei wäre ein Traum“

Mit erfrischenden und spektakulären Auftritten hatte es die Mannschaft von Rekordmann Julian Nagelsmann, dem mit 31 Jahren jüngsten Trainer in der Champions League-Geschichte, in der vergangenen Saison auf den dritten Platz der Bundesliga geschafft. Der Lohn dafür sind nun die Auftritte in der europäischen Königsklasse, in der es in Gruppe F noch gegen Olympique Lyon und Manchester City mit Teammanager Pep Guardiola geht. Außer Reichweite scheint dabei jedoch nur der englische Meister zu sein – anders lässt sich die Aussage von Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp mit Blick auf die Zielsetzung nicht interpretieren. „Platz vier wäre in der Gruppe schon eine Enttäuschung, Platz drei wäre wunderbar und Platz zwei ein Traum“, sagte Hopp, der sich über den Gruppensieg keinerlei Gedanken macht.

Für die Realisierung der forschen Hoffnungen wären drei Punkte in der Ukraine zwar nicht Voraussetzung, aber dennoch ziemlich hilfreich. Ebenso wie eine komplette und vor allem gesunde Mannschaft, was angesichts der aktuellen Ausfälle von Benjamin Hübner, Lukas Rupp, Nadiem Amiri, Kasim Adams, Ermin Bičakčić und Dennis Geiger aber nicht der Fall ist. Zudem mussten diejenigen, die einsatzbereit sind, zuletzt härter arbeiten als gedacht. „Es hat schon eine Auswirkung, wenn du bis zum Schluss versuchst, den Ausgleich zu erzielen“, sagte Nagelsmann nach der Enttäuschung in Düsseldorf. Immerhin: Kapitän und Abwehrchef Kevin Vogt sowie Mittelfeldspieler Florian Grillitsch waren nach ihren dort erlittenen Prellungen mit an Bord.