„Chapeau Trainer“: Lob für Rangnicks Zetteltrick

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Mit einem Zetteltrick leitete Ralf Rangnick das 2:0 von RB Leipzig gegen Celtic Glasgow ein. Auch deshalb geht sein Team gestärkt in das Bundesliga-Spiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den FC Schalke 04.

In der Not entschied sich Rangnick für den Zetteltrick. „Es war heute lauter im Stadion“, erklärte der RB-Coach die Maßnahme nach dem 2:0 am Donnerstag in der Europa League gegen Celtic, das den Leipzigern nach zwei Siegen in drei Spielen das Tor zur K.o.-Runde weit öffnete. Während Rangnick seine Umstellungen sonst lautstark über den Platz ruft, schrieb er diesmal die Erfolgsformel auf und gab den Zettel nach 20 Minuten Mittelfeldspieler Kevin Kampl. Sein Team sollte auf ein 4-3-1-2 umstellen und mehr über die linke Seite angreifen. „Ab dem Moment hatten wir mehr Zugriff und mehr Möglichkeiten“, meinte der 60-Jährige.

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Die Spieler waren nach der Partie vom Schachzug ihres Trainers begeistert. „Das hat er gut gemacht, Chapeau Trainer“, sagte Schlussmann Yvon Mvogo. Kampl stimmte in die Lobeshymnen mit ein: „Er macht das klasse als Trainer, es macht Spaß.“ Spätestens mit dem Doppelschlag durch Matheus Cunha (31.) und Bruma (35.) war die Gegenwehr des schottischen Meisters gebrochen, Leipzig hätte am Ende noch deutlicher gewinnen müssen. „Das war ein Riesenschritt“, lobte Kapitän Willi Orban. „Es war klar, dass es zwischen Celtic und uns um Platz zwei in der Gruppe geht. In Glasgow wollen wir das fix machen.“

Leipzig geht gestärkt ins Heimspiel gegen Schalke

Schon in zwei Wochen, am 8. November, kommt es im Glasgower Celtic-Park zum Rückspiel. Der 49-malige schottische Meister will sich trotz der enttäuschenden Vorstellung noch nicht aufgeben. „Wir spielen vor unserem Publikum, außerdem kommen einige verletzte Spieler zurück“, betonte Trainer Brendan Rodgers. Im ersten Duell hatte Celtic aber nichts zu bestellen, Leipzig bestätigte die gute Form der letzten Wochen. Im siebten Pflichtspiel in Folge blieb der Tabellenfünfte der Bundesliga ungeschlagen, dreimal spielten die „Roten Bullen“ zuletzt sogar zu Null. „Wir kriegen kaum noch Gegentore. Das ist der Schlüssel“, meinte Kampl. „Und vorne haben wir immer die Klasse, ein, zwei Tore zu schießen.“

Das soll auch am Sonntag so sein, wenn der FC Schalke in der Leipziger Arena zu Gast ist. Rangnick ist überzeugt, dass der Sieg gegen Celtic Aufwind gibt. „Das Gefühl, nach so einem guten Spiel wie heute nach Hause zu fahren und dann eine gute Nacht zu haben, ist durch nichts zu ersetzen“, sagte der Coach, der dennoch einen starken Gegner erwartet: „Schalke steht extrem unter Druck, auch durch die Tabellensituation.“ Auch den Spielern ist die Schwere der Aufgabe bewusst. Schalke habe zwar auch im Europapokal gespielt, „musste aber reisen. Das wird für beide Mannschaften nicht einfach“, sagte Kampl. „Sie haben in Istanbul ein gutes Spiel gezeigt, dennoch wollen wir gewinnen, um in der Tabelle oben dranzubleiben“, meinte Orban.

Königsblau stehe „unter Wert da“

Vor dem Spiel gegen die Königsblauen lässt sich Rangnick nicht durch den Tabellenstand der Schalker blenden. „Sie stehen im Moment unter Wert da. Bei Galatasaray (0:0; Anm. d Red.) hätten sie den Sieg klar verdient gehabt, und auch gegen Bremen waren sie sicher nicht die schlechtere Mannschaft. Ihr Problem ist derzeit, dass sie aus ihren Chancen die Tore nicht machen“, sagte der Leipziger Übungsleiter. Die „Knappen“ stehen mit sechs Punkten aus acht Partien lediglich auf dem 16. Rang.