Dárdai hofft auf schnelle Streitschlichtung

Foto: Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images

Trainer Pál Dárdai von Bundesligist Hertha BSC fordert im Streit der Klubführung mit Teilen der Berliner Fans ein schnelles Ende. Das Thema Gewalt der Anhänger ist innerhalb des Vereins noch immer ein großes Problem.

„Das ist ein sehr schwieriges Thema. Je schneller die Sache gelöst wird, desto besser“, sagte Dárdai vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) in der Bundesliga bei Fortuna Düsseldorf. „Herthaner gegen Herthaner – das verstehe ich nicht. Da müssen wir eine rasche Lösung finden“, forderte er. Der Verein stehe sportlich gut da, das Management arbeite gut, die Jugendabteilung sei erfolgreich, „wichtig ist, dass wieder Ruhe einkehrt“, meinte der Coach.

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Der schwelende Streit hatte am Mittwoch einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach den Fan-Krawallen beim Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund (2:2) am 27. Oktober hatte die Fanhilfe Hertha B.S.C. erklärt, Anzeige gegen Herthas Geschäftsführer Michael Preetz wegen Beleidigung und übler Nachrede erstattet zu haben. Bei der Fanhilfe handelt es sich um eine Abteilung des Förderkreises Ostkurve. Außerdem hätten betroffene Fans eine Berliner Rechtsanwaltskanzlei mit der Einreichung von Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes beauftragt. Die Übergriffe der Polizei am Rande des Spiels hätten „zu zahlreichen und teilweise erheblichen Verletzungen, sowie zu vorübergehender Freiheitsberaubung geführt“, hieß es. Herthas Klubführung wollte die Mitteilung nicht weiter kommentieren.

Schlechte Erinnerungen an Düsseldorf

In Bezug auf die Fan-Gewalt ist es pikant, dass Hertha am Samstag erstmals wieder seit Mai 2012 bei Fortuna Düsseldorf spielt. Damals standen sich beide Teams im Relegationsrückspiel der Bundesliga gegenüber, das im Chaos endete. Berliner Anhänger warfen brennende Bengalos aufs Feld, Fortuna-Fans stürmten nach dem Spiel den Rasen. Hertha musste damals in die zweite Liga absteigen. „Mit einer Wiedergutmachung müssen wir uns nicht beschäftigen. Das war damals eine andere Hertha“, erklärte Dárdai, der das Spiel vor gut sechs Jahren in Berlin am Fernseher verfolgt hatte. „Wir sollten uns auf ein schönes Spiel freuen – mit einem hoffentlich positiven Ausgang für uns“, sagte er.