Dárdai: „Wenn sie einen Top-Tag haben, hast du keine Chance“

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Hertha BSC empfängt am Freitagabend (20.30 Uhr) den FC Bayern München im heimischen Olympiastadion. Trainer Pál Dárdai ist froh, dass die „Alte Dame“ gegen den Rekordmeister die Unterstützung der eigenen Fans im Rücken hat.

„Wenn in der Schule die Mädels zugeschaut haben, hat man auch besser Fußball gespielt. Für die Spieler ist es genauso, wenn das Stadion voll ist, die Atmosphäre gut ist und es gegen Bayern München geht“, sagte Dárdai am Donnerstag. Die ganz große Euphorie ist bei Hertha vor dem Duell gegen den Rekordmeister aber etwas verflogen. Das verdiente 1:3 am Dienstag beim SV Werder Bremen drückte ebenso auf die Stimmung wie eine schier unglaubliche schwarze Serie. In allen fünf bisherigen Saisonspielen verursachte Hertha einen Elfmeter – ein unrühmlicher Bundesliga-Rekord. Diese Ungeschicktheit im Strafraum dürften die Offensivstars der Bayern gnadenlos bestrafen. „Es ist wie verhext“, sagte Dárdai. „Da kann man nicht einmal sagen: Das ist Unerfahrenheit. Das ist einfach ein bisschen blöd. Ich bin ratlos.“

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Auch bei der Suche nach einem Siegrezept gegen die Münchner war der Trainer bislang erfolglos. „Ich war extra in der Bibliothek und habe nach dem Buch gesucht: ‚Wie schlägt man den FC Bayern?‘ Ich habe es nicht gefunden“, scherzte der Ungar. Immerhin hat er als Coach dem Branchenprimus zuletzt drei Unentschieden abgetrotzt. Als Spieler war Dárdai dabei, als Hertha zuletzt vor neuneinhalb Jahren der bislang letzte Sieg gegen München gelang. „Wenn sie einen Top-Tag haben, hast du keine Chance“, weiß der Übungsleiter. Und wie wahrscheinlich ist es, dass die Bayern nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg erneut keinen Top-Tag erwischen? Unwahrscheinlich.

Manndeckung erneut eine Lösung?

Augsburg holte sich den Punkt in München auch dank einer konsequenten Manndeckung. Zu diesem taktischen Mittel aus der Mottenkiste griff Dárdai auch beim Sieg beim FC Schalke 04 (2:0), als er Sebastian Rudy in Manndeckung nehmen ließ. Ansonsten wusste Hertha bis zur Partie in Bremen spielerisch zu überzeugen, vor allem über den bärenstarken Shootingstar Javairo Dilrosun auf der linken Angriffsseite. Im Hertha-Tor wird aller Voraussicht nach der Ex-Münchner Thomas Kraft den am Oberschenkel verletzten Stammtorhüter Rune Jarstein ersetzen. Ihn hätte Dárdai rückblickend schon in Bremen besser nicht eingesetzt.