DFB-Team gegen Frankreich und die Depression

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Für die deutsche Nationalmannschaft steht zum Auftakt der neuen Nations League am Donnerstag (20.45 Uhr) das Spiel gegen Frankreich an. Somit bekommt es der Weltmeister von 2014 gleich mit dem amtierenden Champion zu tun. Viel schwerer könnte Joachim Löws Neuanfang nicht beginnen.

Gut zwei Monate ist die WM in Russland nun her. Das Debakel rund um die DFB-Elf samt des Ausscheidens in der Vorrunde steckt bei allen Beteiligten noch in den Köpfen. Löws WM-Analyse Ende August fiel recht unspektakulär aus; einen großen Umbruch wird es nicht geben. Nico Schulz, Kai Havertz und Thilo Kehrer heißen die drei Neuen im Kader für die anstehenden Länderspiele. Aufgrund der Absage Jonas Hectors hat wohl Linksverteidiger Schulz die besten Chancen auf einen Einsatz. Doch auch die anderen beiden Novizen werden spielen, wie der Bundestrainer am Mittwoch verriet: „Alle drei haben einen guten Eindruck gemacht. Es ist geplant, dass sie in den beiden Spielen zu einem Einsatz kommen.“ Spannend wird es werden, zu sehen, ob Löw auf ein neues System setzt. Seinen Ballbesitzfußball hatte er in seiner Analyse selbst scharf kritisiert. Eine Einschränkung machte der Badener jedoch schon: „Wir werden uns nicht komplett umstellen.“

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In der französischen Fußballwelt ist aktuell alles im Lot. Nach dem Titelgewinn in Russland steht die „Équipe Tricolore“ so gut da, wie lange nicht. Gespickt mit jungen Spielern wie Stuttgarts Benjamin Pavard oder PSG-Stürmer Kylian Mbappé ist die französische Nationalmannschaft auch für die Zukunft bestens gerüstet. Die deutsche Mannschaft will Trainer Didier Deschamps nicht unterschätzen. Zwar sei das Turnier in Russland „schlecht gelaufen“, aber „deswegen ist der Wert dieser Mannschaft nicht gesunken“, betonte er. Verzichten muss der Coach auf seinen verletzten Stammtorwart Hugo Lloris. Auch die etatmäßige Nummer zwei, Steve Mandanda von Olympique Marseille, wird aufgrund einer Blessur nicht dabei sein. So wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Alphonse Aréola von Paris St. Germain zwischen den Pfosten stehen.

Deutschland: Neuer – Kimmich, Boateng, Hummels, Schulz – Goretzka, Gündogan, Kroos – Müller, Reus, Werner

Frankreich: Aréola – Pavard, Varane, Umtiti, Hernández – Pogba, Kanté – Mbappé, Griezmann, Matuidi – Giroud

Für die DFB-Elf ist der erste Auftritt nach der verkorksten WM gleich ein echter Härtetest. Frankreich droht die im deutschen Fußball herrschende Depression noch zu verschlimmern. Die Mannschaft von Löw wird jedoch alles daran setzen, dass der DFB in der Zukunft wieder mit schneller Offensive und Erfolg assoziiert wird.