DFB-Team in EM-Quali gegen den Erzrivalen Niederlande

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

„Schöne“ Bescherung am 1. Advent: Joachim Löw lächelte Oliver Bierhoff kurz an, dann griff der Bundestrainer zu seinem Stift und notierte den Erzrivalen – die Nationalmannschaft bekommt es auf dem Weg zur EM-Endrunde 2020 mit dem „dicken“ Brocken Niederlande zu tun. Außerdem trifft der viermalige Welt- und dreimalige Europameister in der Qualifikation für die erste paneuropäische EM in Gruppe C auf Nordirland, Estland sowie Weißrussland. Das ergab die Auslosung am Sonntag im Convention Center von Dublin.

„Die Gruppe ist normal schwierig, würde ich sagen. Die Niederlande und Deutschland sind die Favoriten – es sollte für beide reichen“, äußerte Löw. Ähnlich sah es DFB-Präsident Reinhard Grindel: „Die Niederlande sind sicher der Prüfstein. Aber angesichts dieser Gruppe muss man sich qualifizieren.“ Bondscoach Ronald Koeman hatte die Deutschen „nicht erwartet“: „Ich bin nicht glücklich. Aber die Deutschen sind sicher auch nicht glücklich. Es wird ein harter Kampf.“ Nach dem Abstieg aus der Nations League war die deutsche Mannschaft nicht gesetzt, das Los mit der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes lag nur in Topf 2. Die vier Teams aus dem Nations-League-Topf mit den Siegern der A-Liga bilden die Gruppenköpfe A bis D.

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Die restlichen sechs topgesetzten Mannschaften bilden die Gruppenköpfe E bis J. Der Weltmeister von 2014 war lediglich ein Team unter vielen. Schließlich liegen die Deutschen nur noch auf Platz 16 der Weltrangliste – schlechter war die DFB-Auswahl zuletzt im Jahr des EM-Desasters 2004 notiert. „Natürlich hätten wir uns für die Auslosung eine andere Konstellation gewünscht“, hatte Löw vor der Reise auf die grüne Insel gesagt. Dennoch gab sich der 58-Jährige zuversichtlich: „Ich freue mich auf nächstes Jahr, wir haben eine Mannschaft mit guter Perspektive. Wir werden uns für die EM qualifizieren.“ Die schwächste Bilanz in 111 Jahren Länderspielgeschichte und die „Ohrfeige“ (Löw) beim blamablen Vorrunden-Aus bei der WM-Endrunde in Russland sollen endlich abgehakt sein.

Den Umbruch konsequent fortsetzen

Die EM-Endrunde findet vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 erstmals auf dem gesamten Kontinent statt. Gespielt wird in zwölf Ausrichterstädten, für Deutschland ist München mit drei Gruppenspielen und einem Viertelfinale dabei. Das Endspiel und die beiden Halbfinals werden im Wembley-Stadion in London ausgetragen. Der DFB-Präsident ließ keinen Zweifel daran, was er von Löw auf dem Weg zur Endrunde verlangt. „Ich erwarte mir eine souveräne Qualifikation für die EURO 2020, das ist das Ziel 2019“, sagte Grindel. Zudem forderte der DFB-Boss, „dass wir den Umbruch konsequent fortsetzen, dass das veränderte Gesicht, das wir in den Spielen gerade in der Nations League gezeigt haben, zu einem ganz neuen Bild der Mannschaft wird“.

Die Qualifikation wird an fünf Doppelspieltagen im März, Juni, September, Oktober und November ausgetragen. Es qualifizieren sich alle Gruppensieger und Gruppenzweiten, womit 20 der 24 EM-Tickets vergeben sind. Die Auslosung der EM-Gruppen findet am 1. Dezember 2019 statt – obwohl dann die vier Starter, die über die Play-offs (26. bis 31. März 2020) ermittelt werden, noch nicht feststehen. Bei der Auslosung gab es zahlreiche Einschränkungen. So konnten maximal zwei EM-Gastgeberländer in eine Gruppe gelost werden. Drei Kombinationen waren aus politischen Gründen ausgeschlossen (Gibraltar/Spanien, Bosnien-Herzegowina/Kosovo und Kosovo/Serbien). Maximal zwei der zehn Länder mit unsicheren Wetterverhältnissen im Winter (Weißrussland, Estland, Färöer, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen, Russland, Ukraine) durften in einer Gruppe sein. Weitere Einschränkungen griffen für Kasachstan, Aserbaidschan und Island, um große Reisedistanzen zu vermeiden.