Die deutsche U21 ist „mehr als stolz“

Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images

Titelverteidiger Deutschland ist vorzeitig für die Endrunde der U21-Europameisterschaft 2019 qualifiziert. Für Trainer Stefan Kuntz nicht zuletzt ein Resultat des Mannschaftsgeistes.

Gefeiert wurde erst mal nur mit „Pizza und Wasser“, wie Cedric Teuchert nach dem Verlassen der Kabine mit einem Lachen berichtete. Er und seine Mitspieler der deutschen U21-Nationalmannschaft sahen nach der vorzeitigen Qualifikation für die EM-Endrunde 2019 nicht gerade aus wie Feierbiester, Trainer Kuntz versicherte freilich: „Da sind schon viele Bananen im Gesicht von Ohr zu Ohr, also Lachbananen.“ Die aktuelle U21 hat ein schweres Erbe angetreten. Sie folgte auf die Auswahl, die 2017 im Finale gegen Spanien (1:0) den EM-Titel gewonnen hatte. Im Oktober vergangenen Jahres unterlag sie in Norwegen mit 1:3, nun löste sie mit einem überzeugenden 2:1 (2:0) in Ingolstadt gegen denselben starken Gegner bereits vor dem Spiel am Dienstag in Heidenheim gegen Irland die Fahrkarte zum Turnier in Italien und San Marino (Juni 2019).

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„Es lastete viel Druck auf uns“, sagte Kapitän Jonathan Tah, „weil wir die Nachfolger der Europameister sind.“ Und ja, nach der Niederlage vor einem Jahr in Norwegen habe es schon Zweifel gegeben. Aber, betonte Tah, im Rückspiel hätten sie nun gezeigt, „dass wir auch ganz Große sind und uns weiterentwickelt haben“. Und nun „ist der ganze Druck weg, wir sind mehr als stolz, dass wir es geschafft haben, wir sind alle überglücklich.“ Vor dem Spiel gegen Norwegen hatte Kuntz ein Bild vom Finale 2017 mit in die Abschlusssitzung gebracht, „damit alle das Ziel vor Augen haben“. Zugleich forderte er von seinen Spielern, die Begegnung wie ein Turnierspiel anzugehen und gleich den ersten Matchball zu verwandeln: „Der Anspruch der Mannschaft war nicht zu sagen: Naja, wenn’s heute nicht klappt, dann machen wir es am Dienstag.“ Denn: „Das geht im Turnier auch nicht.“

Was Teamgeist ausmachen kann

Bis zum Turnier ist es noch eine Weile hin, das Gesicht der Mannschaft wird sich vermutlich noch ein wenig verändern – doch eines soll bleiben: „Einer der größten Vorteile ist, dass wir so einen Teamgeist entwickelt haben“, sagte Kuntz – und das sei nun „nicht selbstverständlich“. Er und sein Stab aber wollten allen Spielern, die zu ihnen kämen, zeigen, „was Teamgeist ausmachen kann“. Und? „Die Jungs sind davon überzeugt und setzen es um.“ Ja, sagte Kapitän Tah, „wir sind eine Mannschaft geworden“, der Zusammenhalt sei „extrem“, bekräftigte Teuchert.

In Ingolstadt war das nicht zu übersehen, vor allem, als Norwegen nach einer eindrucksvollen ersten deutschen Halbzeit mit den Treffern von Teuchert (21.) und des überragenden Luca Waldschmidt (31.) in der zweiten unter Druck geriet: Der Anschlusstreffer durch Birk Risa (46.) sorgte für Unsicherheit bei den Deutschen. „Es fehlt noch viel“, sagte Teuchert mit Blick auf die Entwicklung, die diese Mannschaft noch nehmen muss. Die Fortschritte der vergangenen zwölf Monaten sind aber nicht zu übersehen. Es sei „schon toll“, betonte Kuntz, wie sich die Spieler entwickelt hätten. Und deshalb auch: „Kompliment an die Bundesliga-Trainer.“ Die Fußstapfen der Europameister von 2017 scheinen nicht mehr ganz so groß.

Teuchert und Löwen reisen verletzt ab

Im abschließenden Qualifikationsspiel kann und muss Kuntz ein wenig rotieren. Tah wurde am Samstag von Bundestrainer Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft nachnominiert, der Schalker Teuchert und Eduard Löwen vom 1. FC Nürnberg reisten wegen nicht näher definierten Verletzungen zu ihren Vereinen ab. Zudem trat Benjamin Henrichs vorzeitig die Heimreise zur AS Monaco an.