Die Hertha sucht das Tor

Seit vier Spielen hat Hertha BSC kein Tor mehr erzielt. Selbstverständlich wird angesichts dessen fleißig über die Offensivabteilung der Hauptstädter diskutiert, im Medienzentrum ebenso wie in der Ostkurve. Interessant ist vor allem der Grund für die Offensivflaute.

Der Unmut war nach dem 0:0 gegen den SC Freiburg eindeutig zu spüren und zu hören. Das etwa halbvolle Olympiastadion war mit dem Auftritt der Mannschaft alles andere als glücklich und tat seine Meinung nach dem Schlusspfiff durch ein Pfeifkonzert kund. Auch die Berliner Presse verschonte die Hertha nicht: Die Berliner Morgenpost machte den Klub zu „Harmlos BSC“, die B.Z. sprach vor dem anstehenden Duell gegen den Hamburger SV von „Not gegen Elend“.

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Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Berliner unter Pál Dárdai schwer tun, Tore zu erzielen. Unter Führung des Ungarn war stets die Defensive das Rückgrat des Spielsystems; Chancen am Fließband produzierte das Team selten. Ungewöhnlich an den vergangenen beiden Spielen war der Grund für den fehlenden Punch im letzten Drittel. In der Vergangenheit war es oft mangelndes spielerisches Potenzial, das für Nullnummern der Hertha verantwortlich war. Sowohl auf Schalke (0:1) als auch gegen Freiburg boten sich der „Alten Dame“ allerdings reichlich Chancen, um zu treffen. Es war vielmehr die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, die das Team dort vermissen ließ.

Dárdai verteidigt seine Mannschaft

Einerseits könnte dies den Berlinern Sorgen machen, denn eine effiziente, fast schon minimalistische Spielweise war das Erfolgsrezept der letzten Jahre. Andererseits kann mangelnde Chancenverwertung im Vergleich zu spielerischen Defiziten als kleineres Problem gesehen werden. So argumentiert auch Dárdai, der am Sonntag etwas trotzig sagte: „Das Spiel muss man nicht schlechtreden. Ich lasse meine Spieler nicht unsicher machen, nicht vom Publikum und nicht von den Journalisten. […] Irgendwann wird der Punkt kommen, an dem wir die Tore machen.“