Die Rückkehr der ambitionierten Eintracht

Foto: Michael Kienzler/Bongarts/Getty Images

Eintracht Frankfurt erwartet nach fünfjähriger Abstinenz auf der internationalen Bühne in der Gruppe H mit Olympique Marseille, Lazio Rom und Apollon Limassol ein heißer Tanz. Um das Sechzehntelfinale der Europa League zu erreichen, werden sich die Hessen mächtig strecken müssen.

Olympique Marseille: Der Europa League-Finalist der vergangenen Spielzeit ist auch in diesem Jahr einer der Favoriten auf den Titelgewinn, da neben dem erfahrenen Kevin Strootman (AS Rom) auch die beiden begehrten Talente Duje Ćaleta-Car (FC Red Bull Salzburg) und Nemanja Radonjić (FK Roter Stern Belgrad) verpflichtet wurden. Frankfurt sollte auch durch das Ausscheiden von RB Leipzig in Marseille aus der Vorsaison gewarnt sein, als die „Roten Bullen“ im Rückspiel mit 2:5 verloren. Die Franzosen müssen aufgrund von Ausschreitungen im vergangenen Jahr in ihren drei Heimspielen ohne Zuschauer auskommen, was auch die Eintracht im ersten Spiel am Donnerstag (18.55 Uhr) zu spüren bekommt.

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Lazio Rom: Die Italiener, die die Qualifikation für die Champions League nur durch den direkten Vergleich mit Inter Mailand verpassten, haben mit Ausnahmekönner Sergej Milinkovic-Savic, Luis Alberto und Ciro Immobile drei Top-Spieler der vergangenen Serie A-Saison in ihren Reihen, die jederzeit den Unterschied ausmachen können. Immobile, der hierzulande aus seiner Zeit bei Borussia Dortmund bekannt ist, konnte die Kritiker nach seiner Rückkehr nach Italien schnell verstummen lassen und sicherte sich in der Vorsaison mit Inter Mailands Mauro Icardi die Torjägerkanone (je 29 Tore). Lazio hat sich in der Sommerpause vor allem in der Breite verstärkt, musste aber mit Stefan de Vrij (Inter Mailand) und Felipe Anderson (West Ham United) schmerzhafte Abgänge hinnehmen.

Eintracht Frankfurt: Der erfolgreichsten Saison der jüngeren Vereinsgeschichte, die mit dem Pokalsieg und dem Abschied von Erfolgstrainer Niko Kovač zum FC Bayern München endete, folgte mit dem Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokals und nur einem Sieg nach drei Spielen ein ernüchternder Saisonstart. Trainer Adi Hütter ist nun gefordert, die Abgänge von Lukáš Hrádecký (Bayer 04 Leverkusen), Kevin-Prince Boateng (US Sassuolo), Omar Mascarell (FC Schalke 04) und Marius Wolf (Borussia Dortmund) zu kompensieren und ein neues Team aufzubauen. Dabei gilt in der Europa League keine Schonfrist, wie Sportvorstand Fredi Bobic bei Sky anmerkte: „Wir wollen weiterkommen, das ist unser Anspruch.“

Apollon Limassol: Der Vizemeister aus Zypern ist selbst den meisten Fußballexperten kaum ein Begriff und geht entsprechend als krasser Außenseiter ins Rennen. Dabei präsentierte sich Limassol in den Play-offs unbekümmert und schaltete den vermeintlichen Favoriten FC Basel nach Hin- und Rückspiel mithilfe der Auswärtstorregel aus. Die Eintracht sollte also gewarnt sein. Denn wenn die Adlerträger die Gruppenphase überstehen wollen, sollten die Hessen aufgrund der anderen starken Gegner in dieser Gruppe in jedem Fall die beiden Spiele gegen die Zyprioten gewinnen.

Um die Gruppenphase zu überstehen, muss die Eintracht alle Kräfte bündeln, da mit Lazio und Marseille zwei vermeintlich stärkere Gegner in der Gruppe vertreten sind. Da auch in der Bundesliga in den nächsten Wochen keine einfachen Aufgaben warten, werden die Spieler über ihre Grenzen hinausgehen müssen, um die sportlichen Ziele zu erreichen. Dass Sportvorstand Bobic und die Frankfurter ambitioniert an den Wettbewerb herangehen und diesen als Chance verstehen, ist dabei nach den negativen Erfahrungen im Vorjahr eine gute Gelegenheit für die Bundesliga, sich wieder in besserem Licht darzustellen.