Dortmund schlägt Frankfurt dank Wolf und Alcácer

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Durch einen 3:1 (1:0)-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt hat Borussia Dortmund am Freitagabend zumindest für eine Nacht die Tabellenführung übernommen. In einer schwerfälligen Partie machten ausgerechnet der Ex-Frankfurter Marius Wolf und Debütant Paco Alcácer den Unterschied zugunsten von Schwarz-Gelb.

BVB-Trainer Lucien Favre setzte im Vergleich zu dem wenig überzeugenden Auftritt in Hannover (0:0) auf offensiveres Personal. Axel Witsel musste überraschend auf der Ersatzbank Platz nehmen, für ihn rückte Jacob Bruun Larsen in die Mannschaft. Eintracht-Coach Adi Hütter baute sein Team nach der Heimniederlage gegen den SV Werder Bremen (1:2) auf drei Positionen um. Simon Falette und Evan N’Dicka ersetzten Jetro Willems (Rotsperre) und Carlos Salcedo (Syndesmosebandriss) in der Abwehr, Marco Fabián spielte anstelle von Nicolai Müller als rechter Offensivmann.

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Die Gäste aus Hessen präsentierten sich in den ersten Minuten gewohnt mutig und ließen sich von der Kulisse im Signal Iduna Park nicht beeindrucken. Die SGE verzeichnete in Person von Filip Kostić (6.) sogar den ersten Abschluss der Partie. Auf der anderen Seite hatte Maximilian Philipp kurz darauf die erste Torannäherung für die Gastgeber (9.). Mit der Zeit übernahm der BVB das Heft des Handelns, die Dortmunder kamen gegen die gut organisierte Frankfurt-Defensive aber nur selten in Strafraumnähe. Spielerische Höhepunkte waren in der ersten halben Stunde Mangelware – die Partie spielte sich überwiegend im Mittelfeld ab und kam nicht richtig in Fahrt.

Diallo sorgt für seltenen Höhepunkt in trägem Spiel

Eine Standardsituation diente schließlich als Dosenöffner für die Begegnung: Die Frankfurter ließen einen scharfen Eckball von Marco Reus bis vors Tor durchrutschen, wo Abdou Diallo das Leder im dritten Versuch an Kevin Trapp vorbei ins Tor stocherte (36.). Nach diesem Führungstreffer gewann die Partie kurzfristig an Tempo, da die Eintracht nun ihre Defensivtaktik aufgeben musste. Beide Mannschaften kamen bei ihren Angriffsversuchen allerdings nicht über Ansätze hinaus, sodass es bis zur Pause bei der 1:0-Führung für den BVB blieb.

Trotz des Rückstands fokussierten sich die Frankfurter nach dem Seitenwechsel wieder vornehmlich aufs Verteidigen. So bot sich den Zuschauern ein ähnliches Bild wie im ersten Spielabschnitt: Die Borussen waren spielbestimmend, wurden von den Gästen aber über weite Strecken in Schach gehalten, was in einem wenig attraktiven Spiel resultierte. Nach einer knappen Stunde fasste sich Bruun Larsen an den Oberschenkel und musste ausgewechselt werden. Der Däne wurde durch Jadon Sancho ersetzt (58.). Wenig später kam Neuzugang Alcácer zu seinem Debüt im BVB-Dress – der Spanier ersetzte Philipp im Sturmzentrum (67.).

Wolf und Alcácer entscheiden spannende Schlussphase

Eigentlich schienen die Dortmunder in dieser Phase alles im Griff zu haben, doch ein gelungener Angriff genügte der Eintracht, um wieder alles auf Anfang zu stellen. Nach einer unglücklichen Defensivaktion von Diallo und Marcel Schmelzer wurde Sébastien Haller von Danny da Costa bedient und besorgte aus kurzer Distanz den Ausgleichstreffer (68.). Eine Antwort blieb die Borussia jedoch nicht lange schuldig: Ausgerechnet Marius Wolf, vergangene Saison noch im SGE-Trikot, zimmerte den Ball nach einer schönen Hereingabe von Sancho gekonnt zum 2:1 ins Netz (72.).

In der Schlussphase versuchten die Frankfurter natürlich durch mehr Tempo und Risiko zum erneuten Ausgleich zu kommen. Die BVB-Defensive hielt den Angriffsversuchen des Pokalsiegers aber stand. Kurz vor Schluss sorgte Debütant Alcácer für die Vorentscheidung: Die Leihgabe vom FC Barcelona kam nach einem Eckball zum Schuss und traf von der Strafraumgrenze mit links zum 3:1. Das Leder wurde dabei noch entscheidend von Haller abgefälscht (88.).