Dortmunds Top-Joker, eine komplizierte Regel

Foto: Sascha Schuermann/AFP/Getty Images

Auch das vergangene Wochenende hatte wieder Extreme in beide Richtungen zu bieten. Während sich Tabellenführer Borussia Dortmund einmal mehr auf seinen Top-Joker verlassen konnte, erlebten der FC Schalke 04 und die TSG 1899 Hoffenheim ein Schiedsrichter-Drama. Top und Flop des 13. Spieltags.

Top: Paco Alcácer
Er ist ein Phänomen, der Spanier Paco Alcácer. Im Sommer kam der Angreifer vom FC Barcelona zum BVB. Anfänglich auf Leihbasis, inzwischen fest verpflichtet. Und Alcácer schlug dermaßen gut ein, dass Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nur zu beglückwünschen ist. Denn in gerade einmal 281 Bundesliga-Minuten (acht Einsätze) gelangen dem 25-Jährigen schon zehn Treffer. Damit schießt Alcácer alle 28 Minuten ein Tor. Das Besondere: Neun seiner zehn Treffer erzielte der Spanier nach Einwechslung. So auch am 13. Spieltag, als Alcácer beim 2:0 der Schwarz-Gelben gegen den SC Freiburg in der Schlussphase den Platz betrat und kurz vor dem Abpfiff noch einen Treffer erzielte. Die Situation, in der Trainer Lucien Favre steckt, ist beinahe schon paradox. Ein Stürmer, der in acht Spielen zehnmal trifft, steht eigentlich sicher in der Startelf. Doch Alcácer sitzt auf der Bank, eben weil er von dort aus kommend seine größte Qualität hat.

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Flop: Hand-Auslegung in Hoffenheim
Betrachtet man das reine Ergebnis, wirkt die Partie der TSG Hoffenheim gegen Schalke 04 nicht allzu spektakulär. Ein 1:1-Unentschieden brachte nach 90 Minuten keine der beiden Mannschaften so richtig weiter. Die Entstehung des Remis allerdings war außergewöhnlich. Schließlich gab es während der Partie gleich mehrfach strittige Entscheidungen des Schiedsrichters, allesamt drehten sich um das Thema Handelfmeter. Zum einen wurde Königsblau ein Strafstoß vom Video-Assistenten verwehrt, nachdem der Pfiff des Schiedsrichters eigentlich schon ertönt war. Steven Zuber blockte eine Flanke von Daniel Caligiuri. Der Ball war dem Hoffenheimer vom Körper an den Arm gesprungen. Dass die Entscheidung zurückgenommen wurde, war nicht das große Problem. Vielmehr war es die Tatsache, dass der FC Bayern München im Spiel auf Schalke in der vergangenen Saison einen Elfmeter zugesprochen bekam, der exakt identisch entstand. Auch Entscheidung Nummer zwei trieb S04-Coach Domenico Tedesco Sorgenfalten auf die Stirn: Erst bekam Ishak Belfodil den Ball an die Hand, dann schoss er Bastian Oczipka an dessen Hand. Das Vergehen des Hoffenheimers wurde nicht geahnt, dafür aber das des Schalkers. Wieder einmal also sorgte die Auslegung der Handregel für großen Diskussionsstoff.