Drei Herthaner Gipfelstürmer spielen sich in den Fokus

Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images

Hertha BSC war nicht unbedingt als erster Bayern-Verfolger erwartet worden. Nach dem 4:2 gegen Borussia Mönchengladbach allerdings grüßen die Hauptstädter vorerst von Rang zwei. Der furiose Erfolg spülte drei Herthaner in die Lattenkreuz-Elf des Spieltags. Je zwei Spieler stellen am 4. Spieltag der FC Bayern München und der SV Werder Bremen.

Torwart: Ron-Robert Zieler
Einen Sieg hatte der VfB Stuttgart gegen Düsseldorf angestrebt – und musste am Ende froh sein, beim 0:0 überhaupt einen Punkt gesammelt zu haben. Verantwortlich für diesen Teilerfolg war vor allem Ron-Robert Zieler. Gleich siebenmal parierte der VfB-Keeper, insbesondere in Hälfte zwei präsentierte sich Zieler hellwach, Kaan Ayhan, Alfredo Morales und Co. trieb er reihenweise zur Verzweiflung.

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Rechte Verteidigung: Valentino Lazaro
Als Mann für die Offensive war Valentino Lazaro von Hertha BSC geholt worden, zuletzt jedoch kam der Österreicher auf der Rechtsverteidigerposition zum Einsatz – und löste auch diese Aufgabe mit Bravour. Beim 4:2 gegen Gladbach setzte Lazaro aber nicht nur defensiv Akzente, mit einem Tor machte er auch in der Offensive auf sich aufmerksam. Zwei Abschlüsse der Nebenleute legte der 22-Jährige zudem auf.

Innenverteidigung: Mats Hummels und Lukas Mühl
Viel nach vorne hatte Schalke nicht anzubieten – und wenn sich die Königsblauen dann doch mal nach vorne trauten, war stets Mats Hummels zur Stelle. Kompromisslos räumte der Innenverteidiger des FC Bayern München seine Gegenspieler weg und sorgte somit dafür, dass Manuel Neuer einen ruhigen Abend verlebte. Mit einer Passquote von 88 Prozent und einer Zweikampfquote von 89 Prozent verbuchte Hummels Spitzenwerte. Nicht minder effektiv agierte Lukas Mühl. Nahezu fehlerfrei spielte der 21-Jährige beim 2:0-Sieg seines 1. FC Nürnberg gegen Hannover. Nur dreimal hatte Mühl in Zweikämpfen das Nachsehen, 92 Prozent seiner Pässe fanden zudem einen Mitspieler.

Linke Verteidigung: Marvin Plattenhardt
Valentino Lazaro auf rechts, Marvin Plattenhardt auf links – mit dieser Flügelzange kam Gladbach am Samstag überhaupt nicht zurecht. Auf seiner linken Seite lieferte Plattenhardt eine blitzsaubere Leistung ab, Gegenspieler Nico Elvedi wurde phasenweise regelrecht schwindelig gespielt. Nur in drei Zweikämpfen unterlag der 26-Jährige, zudem legte er mit einer perfekten Flanke das 1:1 durch Vedad Ibišević auf und verbuchte eine Passquote von herausragenden 98 Prozent.

Rechtes Mittelfeld: James Rodríguez
Keine Frage, der FC Bayern München hat ein Luxusproblem. Bislang allerdings macht Trainer Niko Kovač alles richtig mit seinem Starensemble. Woche für Woche nämlich glänzt ein anderer Akteur beim deutschen Rekordmeister. Am Samstagabend, beim 2:0 auf Schalke, spielte sich insbesondere James Rodríguez in den Vordergrund. Der Kolumbianer erzielte erst die frühe Führung, um dann in der Schlussphase den Elfmeter zum Endstand herauszuholen.

Zentrales Mittelfeld: Roland Sallai
Dass Roland Sallai kurz vor der Pause verletzungsbedingt ausgewechselt wurde, konnte der SC Freiburg verschmerzen. Dem 21-Jährigen nämlich hatten 40 Minuten gereicht, um den 3:1-Sieg der Breisgauer auf den Weg zu bringen. Sogar nur sieben Minuten hatte Sallai bei seinem Bundesliga-Debüt für den Premierentreffer benötigt. Wenig später holte der Ungar zudem den Elfmeter heraus, den Nils Petersen im Nachsetzen zum 2:0 nutzte. „Alles auf einmal abgeräumt“ habe Sallai „gleich zum Einstand“, lobte SC-Sportvorstand Jochen Saier. Die Kopfverletzung des Offensivspielers konnte diese Freude nur leicht trüben, schon bald wird Sallai weiterwirbeln können.

Linkes Mittelfeld: Florian Kainz
Zweimal hatte Florian Kohfeldt seinen Angreifer Florian Kainz auf der Bank schmoren lassen – um ihn dann gegen Augsburg in die Startelf zu berufen. Damit tätigte der Trainer des SV Werder Bremen einen Glücksgriff. Ein Tor erzielte der Österreicher beim 3:2-Sieg selbst, einen weiteren Treffer legte er mit perfekter Flanke auf. Anschließend erklärte Kohfeldt, wie er Kainz heiß auf den Einsatz gemacht hatte: Drei Wochen lang habe er nicht mit dem 25-Jährigen geredet, sagte der Trainer und erklärte: „Ich wollte ihn sauer machen. Er sollte aggressiver werden. Das war mir alles zu lieb.“ Diese kuriose Maßnahme hat offenbar gefruchtet.

Angriff: Christian Pulisic, Max Kruse und Vedad Ibišević
Borussia Dortmund muss sich dieser Tage immer wieder bei einem Mann bedanken: Christian Pulisic. Bereits in der Champions League hatte der US-Amerikaner den BVB noch zu einem späten 1:0-Sieg in Brügge geschossen. Am Wochenende im Duell mit Hoffenheim legte Pulisic dann gleich nach: In Unterzahl sicherte er Dortmund mit einem Tor in der Schlussphase zum 1:1 noch einen Punkt. Ebenfalls einmal erfolgreich war am Samstag Max Kruse. Fast jeder Angriff des SV Werder Bremen lief beim 3:2-Erfolg in Augsburg über den 30-Jährigen, gleich fünf Schüsse feuerte Kruse aufs FCA-Tor – darunter der Treffer zur 1:0-Führung. Zwei Abschlüsse der Nebenleute legte der ehemalige deutsche Nationalspieler zudem auf. Komplettiert wird die Lattenkreuz-Auswahl durch Vedad Ibišević. Der Stürmer schoss Hertha BSC mit einem Doppelpack zu einem 4:2-Erfolg gegen Gladbach – und damit zumindest für wenige Stunden an die Tabellenspitze. Gleich fünf Torschüsse gab der 34-Jährige insgesamt gegen die „Fohlen“ ab, zudem rieb er sich in 20 Zweikämpfen auf.