Duell der Jäger in Dortmund

Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Man mag es kaum glauben: Tatsächlich gibt es zwischen Traditionsklub Borussia Dortmund und Emporkömmling RB Leipzig gleich mehrere Parallelen. Am Sonntagabend (18 Uhr) kommt es zum direkten Duell der Bayern-Jäger.

„Sie haben eine sehr junge, hochtalentierte Mannschaft. Teilweise haben sie das gleiche Anforderungsprofil wie wir bei neuen Spielern“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Freitag voller Anerkennung und durchaus zutreffend über den Konkurrenten aus Sachsen. „Sie werden sich langfristig im oberen Tabellendrittel wiederfinden.“ Aussagen, die Zorc genauso gut über seinen Verein hätte treffen können. Borussia Dortmund will nämlich weiter „der zweite Leuchtturm des deutschen Fußballs“ hinter Rekordmeister FC Bayern München sein, wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betonte. BVB-Trainer Lucien Favre schuf derweil Fakten: Roman Bürki geht in seine vierte BVB-Saison als Nummer eins und Mittelfeldspieler Julian Weigl braucht noch ein paar Wochen. Einen Startelf-Einsatz von 20-Millionen-Mann Axel Witsel ließ er ebenso offen wie eine Nominierung von Flügelspieler Marius Wolf, der sich am Donnerstag im Training verletzt hatte.

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„Normalerweise reicht die Anzahl von Chancen, die wir hatten, für zwei oder drei Spiele. Aber es war immer noch ein Fuß oder eine Hand dazwischen“, haderte RB-Trainer Ralf Rangnick nach dem 0:0 am Donnerstag in der Europa League-Qualifikation bei Sorja Luhansk in der Ukraine. Immerhin haben die Sachsen den Hoffnungsträger für mehr Effizienz bereits in ihren Reihen: Wenn Nationalstürmer Timo Werner von seinen Magen-Darm-Problemen vollauf genesen ist, so die Hoffnung, dann wird es auch wieder klingeln. „Dafür, dass es sein erstes Pflichtspiel war, hat er es gut gemacht. Er war an vielen gefährlichen Situationen in der Box beteiligt“, urteilte Rangnick am Freitag. Das Duell in der Ukraine schlug dem Coach jedoch nicht nur wegen der fehlenden Tore aufs Gemüt. Die UEFA hatte direkt im Anschluss Dopingkontrollen angeordnet und so die wichtige Regeneration entscheidend beeinträchtigt.

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Diallo, Schmelzer – Delaney, Witsel – Pulisic, Reus, Wolf – Philipp

RB Leipzig: Gulacsi – Laimer, Mukiele, Upamecano, Saracchi – Demme, Ilsanker – Bruma, Forsberg – Werner, Augustin

Sowohl der BVB als auch RB wollen in der neuen Saison besser abschneiden als noch im vergangenen Jahr. Während der BVB im Sommer einen weiteren Umbruch inklusive neuem Trainer hinter sich hat, bereitet Rangnick in Leipzig alles auf die Übernahme durch Julian Nagelsmann im Sommer 2019 vor. Für beide Klubs soll am Ende der Saison möglichst die Teilnahme an der Champions League stehen – ein Sieg zum Auftakt würde dabei bestens in den Rahmen passen.