Ein bescheidenes Glas Rotwein nach dem Bayern-Sieg

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund hat seine aktuelle Vormachtstellung im deutschen Fußball mit dem 3:2-Sieg im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München eindrucksvoll untermauert. In einer hochkarätigen Partie kam der BVB zweimal zurück und sorgte laut Trainer Lucien Favre für „eine super Werbung für die Bundesliga“.

Der Schweizer blieb aber auch nach dem Triumph gegen den Rekordmeister gewohnt ruhig und bescheiden. „Wir sind sehr, sehr zufrieden mit 27 Punkten aus elf Spielen – mehr nicht. Es gibt noch viel zu tun“, stellte Favre klar. Die Schwarz-Gelben thronen nun mit bereits sieben Punkten Vorsprung vor den Münchnern weiterhin auf Tabellenplatz eins. Favre kündigte an, sich noch am selben Abend zur Feier des Tages ein Glas Rotwein zu gönnen. Dabei hatte es noch in der ersten Halbzeit so gar nicht nach einem Dortmunder Erfolg und einem Siegestrunk ausgesehen. „In den ersten 30 Minuten haben die Bayern das Spiel beherrscht, so stark habe ich sie in dieser Saison noch nicht gesehen“, meinte Favre. „In der zweiten Halbzeit waren wir aber viel besser.“

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Nach dem Seitenwechsel glich Marco Reus (49.) zunächst per Foulelfmeter den Führungstreffer durch Robert Lewandowski (26.) aus, ehe der Pole die Bayern erneut in Front brachte (52.). Reus (67.) mit seinem zweiten Treffer und Joker Paco Alcácer (73.) drehten die Partie schließlich zugunsten der Hausherren. „Man darf die Rechnung nie ohne uns machen. Das Spiel ist nie vorbei, wir können bis zur letzten Minute kämpfen und zurückkämpfen. Das ist eine gute Mentalität“, lobte Manuel Akanji. Der BVB profitierte dabei auch vom bayerischen Leistungsabfall nach der Pause. „Unser Trainer meinte in der Pause, dass sie das nicht über 90 Minuten durchhalten können. Das hat man dann auch gesehen“, verriet Akanji.

Hitz: „Niemand hat es heute bereut“

Die Borussen mussten dennoch zittern, denn Reus (59., 65.) und Alcácer (62.) ließen nach dem 1:2 zunächst beste Möglichkeiten liegen. „Es brauchte viele Nerven, vor allem in der zweiten Halbzeit, angesichts der vielen Chancen, die wir hatten. Wir haben nie aufgegeben, haben nie aufgehört zu kämpfen“, sagte Akanji. In der Folge fuhren die Westfalen ihre Angriffe dann konsequenter zu Ende und holten sich den Sieg in einem hochklassigen Spiel. „Es gab viele Möglichkeiten, viele Konter, viele vergebene Chancen, viele Tore. Niemand, so denke ich, hat es bereut, heute ins Stadion zu kommen. Für die Zuschauer war es ein sehr schönes Fußballspiel“, sagte Torhüter Marwin Hitz, der bei seinem Bundesliga-Debüt für den BVB Roman Bürki vertrat.