Ein charmantes Gegenstück namens Watford

Foto: Mike Hewitt/Getty Images

Die Premier League in England steht für spektakulären Offensivfußball und große Emotionen. Aber auch für viel Geld und horrende Transfersummen. Der FC Watford hat sich der Entwicklung der letzten Jahre entzogen und geht seinen eigenen Weg.

In einer Zeit, in der selbst Aufsteiger Transferausgaben von bis zu 100 Millionen Euro vorweisen können, ist der FC Watford ein erfrischendes Gegenstück. Die „Hornets“ investierten in der zurückliegenden Transferperiode lediglich 27,85 Millionen Euro in neue Spieler; teuerster Zugang war dabei Gerard Deulofeu, der vom FC Barcelona kam. Auf der Einnahmenseite stehen hingegen stolze 50 Millionen Euro, von denen fast 80 Prozent auf den Transfer von Offensivmann Richarlison zum FC Everton zurückzuführen sind. Watford ist einer von nur zwei Vereinen der Premier League, der mit einem Plus (22,15 Millionen Euro) aus der Wechselperiode gegangen ist. Dies gelang sonst nur Newcastle United (8,72 Millionen).

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Die „Hornets“ zeigen in der laufenden Saison, dass Sparsamkeit auf dem Transfermarkt nicht unweigerlich zu schlechten Ergebnissen führt. Bei einem Blick auf die Tabelle überrascht Watford auf Rang drei. Und das mit der perfekten Ausbeute von zwölf Punkten nach vier Partien. Dabei ging es für die Mannschaft von Trainer Javi Gracia nicht nur gegen vermeintlich schwache Teams. Am zurückliegenden Wochenende wurde Tottenham nach 0:1-Rückstand mit 2:1 bezwungen. Zudem gab es Siege gegen Brighton & Hove Albion (2:0), in Burnley (3:1) und gegen Crystal Palace (2:1). Coach Gracia kann sich sowohl auf seine Offensive als auch auf seine Defensive verlassen. Bereits neun geschossenen Toren stehen lediglich drei Gegentore gegenüber.

Deeney als langjähriger Leistungsträger

Anstatt eines teuren Neuzugangs ist es aktuell der alteingesessene Troy Deeney, der im Sturm für Furore sorgt. An den ersten vier Spieltagen gelangen dem 30-Jährigen zwei Tore und eine Vorlage. Bereits seit 2010 ist der Engländer im Verein. Seitdem ist Deeney – mit einer kleinen Unterbrechung – fester Bestandteil der Mannschaft, alle Jahre wieder für viele Tore verantwortlich und zusätzlich auch Kapitän der Mannschaft. In der Saison 2014/15 hatte er mit 21 Toren und zehn Assists enormen Anteil am Aufstieg in die Premier League, im Jahr darauf sorgte er mit 13 Treffern und acht Vorlagen für den Klassenerhalt. Deeney ist ein Grund dafür, dass der FC Watford gegen den Strom schwimmen kann und auch mit einem untypischen Weg erfolgreich ist.