Eintracht ist die Überraschung der Saison

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Angeführt von seinem „Trio Infernal“ hat Eintracht Frankfurt dank des 3:0 gegen den FC Schalke 04 in der Tabelle sogar den FC Bayern München überholt. Der DFB-Pokalsieger ist die Überraschung der Saison.

Luka Jović bekam den feuchtfröhlichen Start der Kabinen-Party gar nicht mit. Als das Tablett mit den frisch gezapften Pils in die Umkleide getragen wurde, musste der Top-Torjäger der Bundesliga gleich drei Erfolgsgeheimnisse erklären – sein persönliches, das des „magischen Dreiecks“ und das der gesamten Mannschaft. „Es läuft einfach in Moment – das macht uns alle glücklich“, sagte der 20-Jährige, der in der Liga bereits neunmal und in allen Pflichtspielen insgesamt zwölfmal getroffen hat. Nach dem Doppelpack des Serben (61./73.) und dem Tor von Sébastian Haller (80.) brachen am Main alle Dämme – die Fans flippten vor Freude aus. „Deutscher Meister wird nur die SGE“ und „Europas beste Mannschaft“ hallte es von den Rängen.

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Die Euphorie kommt nicht von ungefähr. Die Hessen holten acht Siege aus den zurückliegenden neun Pflichtspielen, stehen in der Zwischenrunde der Europa League und haben in der Bundesliga Rekordmeister FC Bayern München vom vierten Tabellenplatz verdrängt. Die Pleite im Supercup in München (0:5), das Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals beim SSV Ulm 1846 (1:2) und die Angst vor einem möglichen Abstieg sind längst vergessen. Die Abwehr um die Routiniers Makoto Hasebe und David Abraham steht stabil, das Mittelfeld ist robust und gut organisiert, vorne geben Jović, Haller und der kroatische Vize-Weltmeister Ante Rebić Gas. All das sind Attribute einer Spitzenmannschaft – auch wenn Jović das nicht hören möchte.

Frankfurt huldigt dem „magischen Dreieck“

„Wir sind noch nicht einmal in der Saisonhälfte angekommen. Dass wir vor den Bayern stehen, ist schön, aber wir konzentrieren uns auf uns“, äußerte der Angreifer. „Ein Grund für den Erfolg ist, dass wir drei vorne uns super verstehen. Keiner neidet dem anderen etwas, jeder vertraut dem anderen.“ Und was Fredi Bobic über das „Trio Infernal“ sagte, klang fast wie eine Drohung an die Konkurrenz. „Sie haben noch Potenzial in sich“, sagte der Sportvorstand, der als Mitglied des ursprünglichen „magischen Dreiecks“ beim VfB Stuttgart wissen muss, wovon er spricht. „Alle drei gleichzeitig spielen zu lassen, tut ihnen gut.“

Richtig gut tut der Eintracht auch Trainer Adi Hütter. Laut Bobic „bringt Adi eine spielerische Note mit rein“, die auf der Arbeit seines Vorgängers Niko Kovač aufbaue. Der Österreicher gab das Lob an seine Schützlinge weiter – in erster Linie natürlich an die drei Offensiven. „Luka ist vor dem Tor in dem Alter eine Granate. Sie sind einfach alle drei gut. Aber das hilft mir nichts, wenn sie nicht nach hinten arbeiten. Das haben sie sehr gut gemacht. Wenn sie das machen, zieht das die ganze Mannschaft mit“, betonte der Coach, der seinen Schützlingen zur Belohnung zwei Tage frei gegeben hat: „Fußball ist ein Geben und Nehmen.“