Fährmann: „Stolz, dass ich das Tor dieses Klubs hüten darf“

Aus dem Tor des FC Schalke 04 ist Ralf Fährmann nicht mehr wegzudenken. Am Wochenende bestritt der Keeper gegen die TSG 1899 Hoffenheim (2:1) bereits sein 150. Bundesliga-Spiel. In einem vereinsinternen Interview sprach er unter anderem über seine Anfänge und den Rest der laufenden Saison.

Mit 14 Jahren wechselte Fährmann seinerzeit in die Schalker „Knappenschmiede“. Damit habe sich für den Schlussmann „definitiv“ ein Traum erfüllt. „Als ich mich als Jugendlicher für den Schritt aus Chemnitz nach Gelsenkirchen entschieden habe, war es mein großes Ziel, einmal ein Spiel in der Veltins-Arena zu bestreiten. Mich macht es wahnsinnig stolz, dass ich mittlerweile seit mehreren Jahren das Tor dieses geilen Klubs hüten darf. Ganz ehrlich, manchmal muss ich mich noch kneifen, um all das zu begreifen“, betonte Fährmann auf der Vereinshomepage.

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Sein Bundesliga-Debüt gab der Torhüter am 13. September 2008 in Dortmund. Dieses Spiel werde er unabhängig davon, dass es sein erstes Spiel im Oberhaus war nie vergessen: „Derby. Auswärts. Wir führen 3:0. Müssen eigentlich das vierte oder sogar fünfte Tor erzielen. Dann dreht sich das Spiel. Es gibt zwei Platzverweise gegen uns. Wir kassieren ein Abseitstor, dazu ein Handelfmeter gegen uns, der mehr als fragwürdig war. Endstand: 3:3. In dieser Partie war wirklich alles dabei.“

Kreuzbandverletzung löst schwierige Phase aus

In der Saison 2011/12 zog sich Fährmann eine Kreuzbandverletzung zu. Während seiner Pause etablierte sich Timo Hildebrand im Kasten des S04, sodass sich der heute 29-Jährige erst einmal hinten anstellen musste. „Die Verletzung war einer der Tiefpunkte in meiner bisherigen Laufbahn. Aber noch härter war es für mich, als ich wieder fit war. Denn plötzlich habe ich keine Rolle mehr gespielt und war nur noch die Nummer 3, Lars Unnerstall hatte nach Meinung des Trainerteams ebenfalls die Nase vorn“, gab Fährmann einen Einblick.

Trotz der „damals scheinbar ausweglosen Situation“ habe der 29-Jährige niemals aufgegeben und gewusst, „dass ich mir das Glück wieder erarbeiten kann“. Fährmann erklärte, dass ihm die Unterstützung aus der Mannschaft sehr geholfen habe. Bei verschiedenen Trainingsübungen seien Spieler auf ihn zugekommen „und wollten sie unbedingt mit mir absolvieren“. „Rückblickend hat mir diese Zeit gezeigt, dass man sich für seine harte Arbeit auch irgendwann belohnt“, erklärte er.

Schlussmann will in Leverkusen punkten

Die kommende Aufgabe in der Bundesliga heißt Bayer 04 Leverkusen. Fährmann erwartet gegen die Rheinländer „ein Duell auf Augenhöhe“ und betonte, dass beide Mannschaften sehr gut miteinander verglichen werden können. „Leverkusen hat einen neuen Trainer, wir haben einen neuen Trainer. Beide Teams haben eine sehr gute Entwicklung genommen und sich im Verlauf der vergangenen Wochen und Monate gesteigert“, führte der Keeper aus. Das Ziel der „Knappen“ sei es, „nicht mit leeren Händen nach Gelsenkirchen zurückzukehren“.

Neben den Spielen mit Schalke, unter denen auch das DFB-Pokal-Halbfinale ist, das Fährmann unbedingt gewinnen will, steht im Sommer noch die Weltmeisterschaft in Russland an. Der Keeper allerdings macht sich diesbezüglich keine allzu großen Hoffnungen. Zwar sei der 29-Jährige bereit, bislang habe es aber noch keinen Kontakt mit Bundestrainer Joachim Löw gegeben. „Deshalb glaube ich nicht, dass ich noch auf den WM-Zug aufspringen kann. Aber wer weiß, was noch passiert. Ich werde weiterhin in jedem Spiel alles abrufen und versuchen, meine beste Leistung zu bringen“, erklärte der Keeper.