Fanvertreter beenden Dialog mit den Verbänden

Foto: Daniel Roland/AFP/Getty Images

Die Fronten zwischen dem Fanszenen Deutschlands-Zusammenschluss und dem DFB sowie der DFL haben sich wieder verhärtet. Die Fanvertreter kündigten an, den Dialog mit den Verbänden nach nur einem Jahr wieder zu beenden.

Zudem sollen die Proteste gegen DFB und DFL in der anstehenden Bundesliga-Saison 2018/2019 wieder intensiviert werden, heißt es am Dienstag. Die beiden Verbände seien sich „weder dem Gegenwert dieser ausgestreckten Hand der Fanszenen Deutschlands, noch den Konsequenzen dieser mangelnden Wertschätzung der Basis in den Stadien bewusst“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Fan-Bündnisses. „Stattdessen manifestierte sich viel mehr der Eindruck, dass der Fußballsport noch weiter seiner sozialen und kulturellen Wurzeln beraubt werden soll, um ihn auf dem Altar der Profitgier von den Verbänden auszunehmen.“ In den zwei Gesprächen seit vergangenem Sommer habe sich der Eindruck verfestigt, „man wolle diesen Dialog wie in den vergangenen Jahrzehnten nutzen, um mit einem medienwirksamen Gesprächsangebot und netten Worten die Taten um jeden Preis zu vermeiden“, heißt es weiter in der Stellungnahme.

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Der DFB und die DFL nahmen das Statement „mit Bedauern zur Kenntnis“. Der kritisch geführte Austausch sei bislang als offen und konstruktiv angesehen worden, hieß es in einer Pressemitteilung. Auch „wegweisende Veränderungen“ wurden betont: „Die Aussetzung von Kollektivstrafen, verbunden mit der Hinwendung zur Täterorientierung, das klare Bekenntnis zum Erhalt der Stehplätze und die Erhöhung der Transparenz in der Sportgerichtsbarkeit durch die Veröffentlichung des Leitfadens für den Kontrollausschuss.“ Vor allem wird die Einführung des Montagsspiels in der 3. Liga kritisiert. Dazu hielten DFB und DFL fest, dass „die Vereine der 3. Liga den klaren Wunsch formuliert haben, die Liga wirtschaftlich zu stärken. Zuletzt hatten sich im Rahmen der Managertagung der 3. Liga die 19 anwesenden Klubs noch einmal geschlossen hinter das neue Spieltagsformat gestellt.“

„Von Verbesserung im Sinne von Vereinen und Fans keine Rede sein“

Zudem habe sich laut Fans die Pilotphase für eine einheitliche Behandlung von Fanutensilien als „ein neuer Papiertiger“ entpuppt, „der bis heute keine Ergebnisse vorzuweisen hat“. Außerdem wird die Einführung des neuen Strafenkatalogs kritisiert: „In puncto Sportsgerichtbarkeit goss der DFB seine bisher intransparenten Strafen in horrenden Höhen lediglich in Formen und manifestierte sein willkürliches Ersatzstrafrecht in einem Strafenkatalog. Auch hier kann von einer Verbesserung im Sinne von Vereinen und Fans keine Rede sein.“

(cbe/sid)