Favre vor Hertha-Spiel: „Das ist total anders“

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

BVB-Trainer Lucien Favre trifft am Samstag (15.30 Uhr) auf seinen Ex-Klub Hertha BSC. Auch mit den Berlinern stand er einst an der Bundesliga-Spitze, mit Dortmund besitzt er aber ganz andere Perspektiven.

Der Blick zurück interessiert Favre herzlich wenig. „Natürlich“ könne er seine Zeit bei Hertha BSC nicht vergessen, schließlich sei die Hauptstadt seine erste Bundesliga-Station gewesen. Aber: „Es ist schon lange her“, sagte der 60 Jahre alte Schweizer über sein rund zweijähriges Engagement in Berlin, von wo aus sein Weg nach 2009 über einige Umwege zu Borussia Dortmund führte – dem aktuellen Tabellenführer. An der Spitze des deutschen Oberhauses zu stehen, ist für den erfahrenen Coach keine ungewohnte Situation.

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Schon mit den Berlinern grüßte Favre 2009 für fünf Spieltage von ganz oben, ehe der spätere deutsche Meister VfL Wolfsburg sich am 26. Spieltag an der „Alten Dame“ vorbeischob und seinen Platz nicht mehr hergab. Favre und Berlin beendeten die Saison anschließend auf Rang vier. Ein ähnlicher „Absturz“ wäre für den BVB eine große Enttäuschung. Zu überzeugend waren die bisherigen Auftritte vor dem Heimspiel gegen die Hertha: Sechs Siege mit 26 erzielten Toren in Serie, zwölf ungeschlagene Pflichtspiele und unter der Woche die 4:0-Gala gegen Atlético Madrid in der Champions League schüren die Hoffnung auf eine spannende Meisterschaft, nicht nur in Dortmund.

BVB-Coach genießt das fußballerische Potenzial

„Der Sieg gegen Atlético gibt noch mehr Vertrauen, aber es wird ein anderes Spiel. Hertha ist eine sehr gute Mannschaft, das ist total anders“, sagte Favre vor dem Duell mit den Berlinern. Dem Fußball-Fachmann bietet seine neue Mannschaft die Chance, seine ausgezeichnete Reputation mit Titeln zu bestätigen. Lediglich in der Schweiz gewann er zweimal den Pokal und die Meisterschaft. Das spielerische Potenzial ist für Favre größer denn je. In Dortmund besitzt der Trainer eine junge und hochtalentierte Mannschaft. Jadon Sancho, der vor zwei Wochen für die englische Nationalmannschaft debütierte, steht sinnbildlich dafür. In zwölf Spielen war der Brite an elf Toren direkt beteiligt und besticht durch großen Spielwitz.

Hinzu kommen weitere Jungprofis wie Achraf Hakimi, Jacob Bruun Larsen oder Christian Pulisic, die neben den Routiniers Axel Witsel und Marco Reus aufblühen. Und dann wäre da noch Torgarant Paco Alcácer (acht Treffer in fünf Pflichtspielen), der auf Favres ausdrücklichen Wunsch vom FC Barcelona nach Dortmund geholt worden sein soll. Ein ansatzweise ähnlich starkes Personal besaß Favre auch in seinen viereinhalb Jahren (2011 – 2015) bei Borussia Mönchengladbach, seiner zweiten von nun drei Stationen in der Bundesliga, nicht, erreichte mit den „Fohlen“ aber dennoch die Champions League. In Dortmund sind die Möglichkeiten deutlich größer – dementsprechend aber auch die Erwartungen.