FC Bayern gewinnt den Auftakt mit Glück

Foto: Christof Stache/AFP/Getty Images

Der FC Bayern München hat den aufmüpfigen Herausforderer TSG 1899 Hoffenheim nur mit viel Glück und dank später Tore in die Schranken gewiesen. Der deutsche Rekordmeister gewann das Bundesliga-Premierenspiel von Niko Kovač gegen das Team von Julian Nagelsmann mit 3:1 (1:0) und unterstrich zum Start der 56. Saison seine Ambitionen auf den siebten Titel in Serie.

Die in der ersten Hälfte klar überlegenen Bayern gingen in der 23. Minute ausgerechnet durch Thomas Müller in Führung. Der Nationalspieler hatte bei der WM und auch in den entscheidenden Spielen der vergangenen Saison enttäuscht. Ádám Szalai glich nach knapp einer Stunde aus (57.), dabei sah der wechselwillige Jérôme Boateng nicht gut aus. Torjäger Robert Lewandowski gelang bei der Wiederholung eines höchst umstrittenen Foulelfmeters in der 82. Minute das umjubelte 2:1, Arjen Robben (90.+1) legte in der Nachspielzeit nach. Überschattet wurde das oft hitzige Duell durch eine schwere Fußverletzung des Münchners Kingsley Coman, der kurz vor der Pause vom Platz geführt werden musste.

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Die ersatzgeschwächten und in München weiterhin sieglosen Hoffenheimer konnten die vorsichtige Meister-Kampfansage von Coach Nagelsmann nicht umsetzen. Die TSG, letzte Saison Tabellendritter und deshalb auch Champions League-Starter, agierte meist zu mutlos. Die Bayern haben zuletzt 2011 ein Auftaktspiel verloren (0:1 gegen Gladbach). Kovač überraschte bei seinem Debüt gleich einmal mit seiner Aufstellung. Er ließ die Führungsspieler Mats Hummels und Arjen Robben zunächst auf der Bank, dafür begannen Niklas Süle und Coman. Auch Neuzugang Leon Goretzka stand nicht in der Startelf, Weltmeister Corentin Tolisso erst gar nicht im Kader. Nagelsmann hatte durch etliche Ausfälle wenig Möglichkeiten bei seiner Aufstellung.

Videobeweis rückt mal wieder in den Fokus

Im Münchner Tor stand erstmals seit 342 Tagen und dem 4:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 am 16. September 2017 wieder Manuel Neuer. Der lange verletzte Kapitän erlebte erst einmal einen geruhsamen Abend. Die Bayern hatten alles wie gewohnt unter Kontrolle, doch herausgespielte Torchancen und Abschlüsse gab es zunächst kaum. Nur bei Flanken wurde es für die TSG einige Male gefährlich. Auch die Führung entsprang einer Ecke von Joshua Kimmich, die Müller mit dem Kopf verlängerte. Der Offensivspieler ist der erste Spieler, dem schon zum dritten Mal das erste Saisontor gelingt.

Hoffenheim war harmlos – bis zur 34. Minute, als Joelinton beim ersten zielgerichteten Angriff plötzlich völlig freistehend nach Hereingabe von Nico Schulz den Ausgleich leichtfertig vergab. Auf der anderen Seite hatte David Alaba kurz darauf das 2:0 auf dem Fuß, verzog jedoch. Wenig später scheiterte Coman am glänzend reagierenden Oliver Baumann, bevor der Franzose kurz darauf nach einem Zweikampf mit Schulz den Platz mit Tränen in den Augen verließ. Nach dem Wechsel verpasste Robben um Zentimeter das Tor, ehe Szalai zuschlug, der sich gegen Boateng durchsetzte und Neuer mit einem Flachschuss keine Chance ließ. Die Münchner wirkten lange geschockt, ehe wieder ein Standard half. Nachdem Franck Ribéry im Duell mit Håvard Nordtveit abhob, entschied Schiedsrichter Bastian Dankert auf Strafstoß, der wiederholt werden musste, weil Robben zu früh in den Strafraum gelaufen war. Kurz darauf wurde ein Tor von Müller wegen vermeintlichen Handspiels nach Videobeweis zurückgenommen. Robben machte dann doch noch alles klar.