Finnbogason: „Jetzt beginnt meine Saison“

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Alfreð Finnbogason konnte sich wie immer auf Salvatore Belardo verlassen. Als der Torjäger nach seinem Traum-Comeback mit Dreierpack am Montagmorgen zurück an seinen Arbeitsplatz beim FC Augsburg kam, hatte Zeugwart „Salva“ wie versprochen den Spielball für ihn bereitgelegt.

„Ich habe einen guten Platz für den Ball“, sagte Finnbogason – und nahm sich weitere Heldentaten vor. „Ab jetzt beginnt meine Saison“, sagte der mit 25 Treffern neue Bundesliga-Rekordtorschütze des FCA nach seiner märchenhaften Rückkehr beim 4:1 (2:0) gegen den SC Freiburg. Schon am Samstag im schweren Auswärtsspiel bei Tabellenführer Borussia Dortmund wolle er nachlegen. „Ich habe etwas aufzuholen, weil ich die ersten fünf Spiele nicht machen konnte“, sagte Finnbogason, „deswegen muss ich jetzt in jedem Spiel mehr Tore machen.“ Gegen Freiburg glückte ihm das bereits eindrucksvoll.

- Anzeige -

„Er hat ein Riesenspiel gemacht fürs erste Spiel“, lobte Sportchef Stefan Reuter den isländischen Nationalspieler nach dem ersten Heimsieg seit April. Wegen einer hartnäckigen Entzündung in der Patellasehne hatte Finnbogason schon in der Schlussphase der vergangenen Saison unter Schmerzen gespielt, dazu kam noch die WM. In Russland, sagte er, „hätte ich auch mit Krücken gespielt“. Auch dort zeigte er seinen Wert und erzielte beim überraschenden 1:1 gegen Argentinien das erste WM-Tor für Island überhaupt. Doch das Turnier war wohl des Guten zu viel für sein Knie. Die folgende lange Pause sei „sehr schwer und sehr bitter“ für ihn gewesen, sagte der 29-Jährige am Sonntag, „da gab es Tage, an denen ich nicht so optimistisch war“. Vorbei.

„Mit dem zweiten Tor ist alles gesagt“

„Wahnsinn“ und „schwer zu beschreiben“ fand er sein Saisondebüt. Nach Caiubys Führung (19.) erhöhte er wunderschön per Hacke („das war nur Instinkt“) auf 2:0 (34.). Nach dem Eigentor von Jonathan Schmid (49.) führte er die Entscheidung herbei (68., 82.). „Ich mag Freiburg, muss ich ehrlich sagen“, scherzte Finnbogason. Kein Wunder: Schon im letzten Heimspiel gegen die Breisgauer (3:3) hatte er dreifach getroffen. Sonst gelang ihm das in der Bundesliga nur gegen den 1. FC Köln. „Er ist ein sehr intelligenter Spieler, kennt die Laufwege genau und ist eiskalt im Abschluss“, schwärmte Reuter, „das ist eine enorme Qualität.“ Philipp Max meinte: „Das Gefühl vor dem Tor verlernt man nicht, egal wie lange man verletzt ist.“ Und Freiburgs Trainer Christian Streich sagte nach der schlechtesten Saisonleistung seiner Mannschaft: „Er ist ein schlauer Fußballer, mit dem zweiten Tor ist alles gesagt.“