Frankfurter Offensivtrio, ein ausbleibender Trainereffekt

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Der 10. Bundesliga-Spieltag stand im Zeichen eines überzeugenden Trios und eines enttäuschten Trainers. Während für Eintracht Frankfurt Sébastien Haller, Ante Rebić und Luka Jović den VfB Stuttgart schwindelig spielten, musste Schwaben-Coach Markus Weinzierl erneut eine klare Niederlage einstecken.

Top: Das Frankfurter Angriffs-Trio
Strauchelnd war die Frankfurter Eintracht in die laufende Saison gestartet. Nach fünf Spieltagen hatten die Hessen lediglich vier Zähler auf dem Konto, der neue Trainer Adi Hütter drohte zu einer Fehlentscheidung zu werden. Einige Wochen später allerdings hat sich das Bild verändert. Frankfurt verlor keine seiner vergangenen fünf Partien in der Liga, holte in diesem Zeitraum satte 13 Punkte. Großen Anteil daran haben Haller, Rebić und Jović. Erst seit wenigen Wochen geht das Trio gemeinsam auf Torejagd – und hat dabei großen Erfolg. Haller kommt in den vergangenen drei Partien auf vier Tore und zwei Vorlagen, Rebić steuerte bei seinen letzten fünf Einsätzen vier Treffer und einen Assist bei und Jović war in den jüngsten fünf Partien gar siebenmal selbst erfolgreich und legte dreimal auf. Gegen Stuttgart war der 20-Jährige der Aktivposten in der Offensive, hatte Chance um Chance und steuerte zwei Torvorlagen bei. Profiteure der Assists waren Rebić und Haller, die zwei von drei Toren beim 3:0-Sieg machten. Das Trio spielt enorm beweglich und variabel, und macht es den gegnerischen Abwehrreihen so schwer, die Angriffskraft zu verteidigen. Gegen den FC Schalke 04 wollen die drei Stürmer am kommenden Sonntag (18 Uhr) da weitermachen, wo sie in Stuttgart aufhörten.

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Flop: Markus Weinzierl
Ein Trainerwechsel hat in der Regel einen positiven Effekt auf eine Fußball-Mannschaft. Die Spieler schöpfen neue Motivation, treten anders auf und haben neue taktische Anweisungen. Unter dem Strich stehen dann normalerweise erst einmal erfolgreiche Ergebnisse, wenngleich eine langfristige Verbesserung nicht automatisch gegeben ist. Beim VfB aber blieb selbst der erhoffte Kurzzeiteffekt aus. Seit drei Spielen ist Weinzierl nun für Stuttgart verantwortlich. Seine Bilanz: Drei Spiele, drei Niederlagen und null zu elf Tore. Zwar waren die Gegner mit Borussia Dortmund (0:4), der TSG 1899 Hoffenheim (0:4) und Eintracht Frankfurt (0:3) keine Leichtgewichte, das Auftreten der Schwaben aber ließ dennoch zu wünschen übrig. Weinzierls Vorgänger Tayfun Korkut hatte sich anhören müssen, seine Mannschaft spiele nicht attraktiv genug und mache zu wenig Tore. Nun hat Weinzierl offenbar darauf gesetzt, dem VfB ein offensiveres Gesicht zu verpassen. Das hat allerdings zur Folge, dass die Schwaben defensiv zu anfällig sind. Alleine gegen Hoffenheim fielen alle vier Gegentore innerhalb von 15 Minuten. Weinzierl muss nun schleunigst eine Balance finden, sonst müssen die Verantwortlichen der Schwaben womöglich ein zweites Mal auf den Trainereffekt setzen.