Füllkrug wird weiter schmerzlich vermisst

Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Das Knie von Niclas Füllkrug tut schon wieder weh, er wird wohl noch ein bisschen fehlen. Und das ist keine gute Nachricht für Hannover 96 sowie alle Fans des Klubs mit Vorliebe für Mettbrötchen.

Denn für jedes Tor von ihrem „Fülle“ gäbe es im Wurst-Basar ja zum Einkauf einen Snack mit dem deftigen Brotbelag gratis dazu. Doch anstatt auf Tore zu lauern, muss der 25-Jährige seinen Körper pflegen. „Die Schmerzen im Knie sind zu groß“, sagte 96-Trainer André Breitenreiter jetzt traurig über seinen Top-Stürmer. „Wir haben gemeinsam mit der medizinischen Abteilung entschieden, dass er einige Tage zur Behandlung nach München fahren wird.“ Wie lange Füllkrug dem Krisenklub fehlen wird, ist noch unklar. Schon in der Vorwoche ließ sich Füllkrug an der Isar behandeln.

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Wie schon Kevin-Prince Boateng und Mario Götze vor ihm, vertraute sich Füllkrug nach Informationen des Sportbuzzer dem Biostatiker Ralph Frank an, ein ehemaliger Physiotherapeut von Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart. Der Heilpraktiker setzt auf andere Impulse als die Schulmedizin. „Der Trip nach München ist mit der Hoffnung verbunden, dass der Heilungsprozess oder die Methodik des Behandelns eine andere ist“, sagte Sportdirektor Horst Heldt dazu. „Es ist die Hoffnung, dass es schneller weniger Probleme macht.“ Doch diese Hoffnung platzte nun. Füllkrug reist erneut nach München, um die alten Probleme in den Griff zu kriegen. Denn der gebürtige Hannoveraner, das Gesicht des Klubs mit kultiger Zahnlücke, war bereits in seiner Zeit in Nürnberg als auch in Bremen mit Kniebeschwerden längere Zeit ausgefallen. „Die Sache belastet ihn über viele Jahre“, sagte Breitenreiter.

Der Vergleich zu Petersen

Was Füllkrug leisten kann, wenn er fit ist, hat er in der Vorsaison gezeigt. Mit 14 Treffern trug er maßgeblich dazu bei, dass Hannover als Aufsteiger auf einem starken 13. Platz landete. Im Sommer bot dann Borussia Mönchengladbach angeblich 18 Millionen Euro für seine Dienste, doch das Kind der Stadt blieb in Hannover und verlängerte seinen Vertrag bis 2022. Es sei eine „große Wertschätzung von 96“ gewesen, ihn trotz des Angebots „nicht ziehen zu lassen“, sagte Füllkrug. „Das heißt, sie sehen noch mehr Potenzial in mir.“

Ziemlich großes sogar. Füllkrug müsste eigentlich ein Kandidat für den Neustart in der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Joachim Löw sein, meint Heldt. „Warum nicht?“, fragte er zuletzt, schließlich habe Füllkrug in der Vorsaison fast so viele Tore erzielt wie Freiburgs Nils Petersen, der schon mehrfach zur Nationalmannschaft eingeladen worden war: „Beide haben in der Vorsaison geliefert und das bei Vereinen, in denen es unheimlich schwierig ist, Tore zu machen.“ Doch derzeit werden Füllkrugs Treffer schmerzlich vermisst – nicht nur unter Mett-Liebhabern.