Für Bayer zählt einzig der Gruppensieg

Foto: Guenter Schiffmann/AFP/Getty Images

Bayer 04 Leverkusen hat seinen Saisonstart in der Bundesliga kräftig in den Sand gesetzt. Nach drei Niederlagen aus drei Spielen wackelt der Stuhl von Trainer Heiko Herrlich bereits gehörig. Erfolgserlebnisse will der Werksklub auf internationaler Bühne feiern. Die Gegner in der Europa League-Gruppenphase heißen Ludogorez Rasgrad, FC Zürich und AEK Larnaka.

Bayer 04 Leverkusen: Es ist eigentlich nicht der Anspruch der Rheinländer, sich international nur in der Europa League präsentieren zu können. Wenn die Leistungen die Erwartungen allerdings derart weit unterbieten wie in der laufenden Saison, kann ein Verein froh sein, dass er sich nicht in der Champions League mit den ganz großen Klubs messen muss. Null Punkte hat Bayer in der Liga auf dem Konto, die Situation für Coach Herrlich wird zunehmend unangenehmer. Und dennoch ist Leverkusen in seiner Gruppe der klare Favorit. Die „Werkself“ sieht sich selbst in der Champions League, verpasste diese in der abgelaufenen Saison aber um einen Punkt. Alles andere als der Gruppensieg wäre ein weiterer Dämpfer.

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Ludogorez Rasgrad: Im Nord-Osten Bulgariens beheimatet ist Ludogorez Rasgrad. Die Osteuropäer gingen in diesem Sommer zwar den Umweg über die Qualifikation, gehen aber mit der Ambition in den Wettbewerb, die Vorrunde zu überstehen. In der vergangenen Saison machte bereits die TSG 1899 Hoffenheim ihre Erfahrungen mit Ludogorez. Ebenfalls in der Gruppenphase trafen beide Mannschaften aufeinander. Sein Heimspiel gewann Rasgrad mit 2:1, im Kraichgau gab es ein 1:1-Unentschieden. Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann haben die Bulgaren bereits Kopfzerbrechen bereitet. Das Selbstvertrauen, selbiges auch mit Bayer-Coach Herrlich anzustellen, wird Ludogorez also sicher haben.

FC Zürich: Der FC Zürich qualifizierte sich als Schweizer Pokalsieger direkt für die Europa League. In der Liga reichte es zu Rang vier. Der Abstand auf die vorderen Teams allerdings war enorm. 49 Punkte hatte Zürich selbst geholt, Meister Young Boys Bern hingegen beendete die Spielzeit mit 84 Zählern. Dahinter folgten der FC Basel (69 Punkte) und der FC Luzern (54 Zähler). In der laufenden Runde steht Zürich nach sechs Spieltagen in der Schweiz mit acht Punkten als Tabellensiebter da. Die Mannschaft von Trainer und Ex-Bundesliga-Profi Ludovic Magnin (SV Werder Bremen und VfB Stuttgart) wird sich wohl mit Rasgrad um den zweiten Tabellenplatz und somit das Weiterkommen streiten.

AEK Larnaka: Der Name Larnaka dürfte nur wenigen Fans der Leverkusener ein Begriff sein. Die Zyprioten mussten sich als Pokalsieger der Vorsaison im eigenen Land durch mehrere Qualifikationsrunden kämpfen, um an der Gruppenphase der Europa League teilnehmen zu dürfen. Letztlich waren es ein 1:1 und ein 3:0 gegen die AS Trencin, die die Teilnahme an der Endrunde ermöglichten. Larnaka geht als klarer Außenseiter in die Duelle mit den weiteren Teams. Der Underdog wird darauf bedacht sein, sich gut zu präsentieren und die Spiele in den Stadien der Gegner zu genießen. Hier und da besteht aber auch die Möglichkeit, eine Überraschung zu schaffen.

Trotz aller Außenseiter-Mentalität seiner Gegner wird Bayer Leverkusen die Gruppe klar gewinnen müssen, um den eigenen Anspruch zu untermauern. Kadertechnisch geht die „Werkself“ sogar als einer der Gesamtfavoriten in den Wettbewerb und kann es sehr weit schaffen, wenn Erwartungen und Leistungen bald wieder miteinander einhergehen. Der Druck, der auf Herrlich lastet, ist immens. Er muss mit seiner Mannschaft dominieren und problemlos weiterkommen, wenn er seine Anstellung bei den Rheinländern nicht weiter gefährden will.