Funkel: „Gezeigt, dass wir mithalten können“

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Friedhelm Funkel hatte einen dicken Hals. „Wenn man schon den Videobeweis zur Hilfe nimmt, dann muss man auf Foul entscheiden und das Tor darf nicht zählen“, kommentierte der älteste Coach in dieser Saison die möglicherweise spielentscheidende Szene bei der 1:2 (1:0)-Niederlage von Aufsteiger Fortuna Düsseldorf gegen den FC Augsburg.

Nach dem 1:1 der Gäste durch Martin Hinteregger (57.) hatte Video-Assistent Martin Petersen Referee Markus Schmidt auf ein vermeintliches Foul von FCA-Kapitän Daniel Baier an Benito Raman hingewiesen, durch das den Gästen in der Vorbereitung zum Ausgleich ein großer Vorteil entstanden war. Schmidt schaute sich die Szene daraufhin noch einmal in der Review Area an, blieb dann aber bei seiner Entscheidung, obwohl auch Fortunas Torschütze Raman (39.) später von einem „klaren Foul“ sprach. „Der Ellenbogen von Baier war sehr hoch, fast in Ramans Gesicht. Da muss man Freistoß für uns geben“, monierte der 64-jährige Funkel, ehe er ins Sportstudio im ZDF abdüste. Der Aufstiegs-Rekordtrainer wollte den Schiri aber nicht zum Sündenbock abstempeln und erst recht nicht die Fehler für die Auftaktniederlage bei anderen suchen.

- Anzeige -

„Das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Die beiden Flanken, die zu den Gegentoren geführt haben, dürfen wir nie und nimmer zulassen“, kritisierte der Coach schonungslos das Abwehrverhalten seiner Defensive, die bei den beiden Kopfballgegentreffern von Hinteregger (57.) und Rückkehrer André Hahn (76.) komplett geschlafen hatte. Funkel ist vor dem nächsten Spiel am kommenden Sonntag bei RB Leipzig dennoch nicht bange: „Wir haben gezeigt, dass wir in der Bundesliga mithalten können. Das wollen wir in den nächsten Wochen bestätigen und Punkte einfahren.“ Auch seine Profis strahlten nach dem verpatzten Comeback durch die Bank Zuversicht aus. „Wir haben am Ende Lehrgeld bezahlt, aber auch viele Dinge richtig gut gemacht. Darauf können wir aufbauen“, sagte Torwart Michael Rensing und Kapitän Marcel Sobottka äußerte: „Wir hatten richtig gute Ansätze und dürfen nach einer Auftaktniederlage auf gar keinen Fall den Kopf in den Sand stecken.“