Furiose Bullen, wackelnder Rekordmeister

Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Noch vor wenigen Wochen drohte der Bundesliga an der Spitze erneut eine langweilige Saison. Der FC Bayern München war mit vier Siegen in Folge gestartet und hatte alles im Griff. Einen weiteren Dreier konnte der Rekordmeister jedoch nicht mehr holen. Die einstigen Verfolger präsentieren sich derweil in guter Verfassung. Top und Flop des 7. Spieltags.

Top: RB Leipzig
Am 20. September verloren die Ostdeutschen in der Europa League mit 2:3 beim FC Red Bull Salzburg. Die Stimmung im Verein drohte zu kippen, die Ergebnisse stellten nicht zufrieden. Die bevorstehende Krise konnte Leipzig aber abwehren, RB startete eine beeindruckende Serie. Seit mittlerweile fünf Pflichtspielen ist die Mannschaft von Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick ungeschlagen. Die vergangenen vier Partien konnten die Ostdeutschen sogar für sich entscheiden. Das Highlight lieferte Leipzig am zurückliegenden Sonntag. Aufgestellt in einem offensiven 4-3-3 konnten die „Roten Bullen“ gegen den 1. FC Nürnberg ihre volle Offensivkraft auf den Platz bringen und dem Aufsteiger beim 6:0 seine Grenzen aufzeigen. Timo Werner und Marcel Sabitzer trafen doppelt, die weiteren Tore steuerten Kevin Kampl und Yussuf Poulsen bei. Durch den Sieg sprang Leipzig auf den zweiten Tabellenplatz und machte seine Ambitionen deutlich.

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Flop: FC Bayern München
Schlechte Phase, Durchhänger oder Krise. Man kann es nennen, wie man will. Fakt ist, dass der Rekordmeister mit Problemen zu kämpfen hat. Ob das nun daran liegt, dass Trainer Niko Kovač seine Mannschaft nicht (mehr) erreicht, die Vereinsführung um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß verschlafen hat, die Mannschaft entsprechend zu verstärken, oder, ob das vorhandene Personal nicht an seine Leistungsgrenze gehen kann, ist offen. Vermutlich liegt die Erklärung für die schwachen Ergebnisse der letzten Wochen genau in der Mitte. Seit vier Spielen sind die Münchner sieglos, zwei der Partien gingen sogar verdient verloren. Unter anderem das Duell mit Gladbach am Samstag. Beim 0:3 machten die Bayern einen sehr schlechten Eindruck. Im Spiel nach vorne funktionierte nicht genug, die Defensive stand wacklig. Hinzu kamen individuelle Fehler. Also all das, was man vom Rekordmeister eigentlich gar nicht gewohnt ist. Der Spannung tut es gut.