Furiose „Fohlen“, ein wackliger „Club“

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Nachdem der Großteil der Hinrunde in der Bundesliga inzwischen absolviert ist, kann Borussia Mönchengladbach getrost als positives Überraschungsteam bezeichnet werden. Auch am vergangenen Wochenende feierten die „Fohlen“ einen Erfolg. Der 1. FC Nürnberg hingegen musste wieder einen Rückschlag hinnehmen. Top und Flop des 12. Spieltags.

Top: Borussia Mönchengladbach
Während mit Dortmund die erste Borussia aus dem Westen Deutschlands in der Tabelle ganz oben steht, folgt die zweite direkt dahinter. Mönchengladbach ist unter Trainer Dieter Hecking in der laufenden Saison ins Rennen um die Champions League-Plätze zurückgekehrt, nachdem es im Vorjahr nur für Rang neun langte. Die größte Stärke der „Fohlen“ sind aktuell die Heimspiele. Sechsmal trat Mönchengladbach im heimischen Borussia-Park an, sechsmal ging es am Ende auch als Sieger vom Platz. Bei 18:3 Toren holte die Borussia souverän die Maximalausbeute. Die Wucht der Elf vom Niederrhein bekam am Sonntag Hannover 96 zu spüren, das eine 1:4-Packung mit nach Niedersachsen zurücknahm. Die Treffer für Mönchengladbach erzielten Thorgan Hazard, Michael Lang, Lars Stindl und Denis Zakaria. Der Belgier ist in der laufenden Saison in absoluter Topform, kommt in 12 Bundesliga-Spielen auf acht Tore und fünf Vorlagen. Damit übertrumpft er sogar Rekord-Neuzugang Alassane Pléa (acht Tore, drei Vorlagen). Zusammen allerdings sind beide aktuell eines der stärksten Offensivduos der Liga – ein weiterer Grund dafür, dass die Borussia aktuell ganz vorne mitmischt.

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Flop: 1. FC Nürnberg
Die Aufgabe, die ein Aufsteiger in der Bundesliga zu absolvieren hat, ist groß: kleiner Etat, große Gegner – und viel Respekt vor den etablierten Teams. Der 1. FC Nürnberg ist seit Sommer zurück in der höchsten Spielklasse Deutschlands und hat vor allem ein Problem: seine Auswärtsschwäche. Den Franken muss zugutegehalten werden, dass sie mutig und offensiv agieren. Das allerdings ging zuletzt oft nach hinten los. Bei Borussia Dortmund kassierte der Aufsteiger sieben Gegentore, bei RB Leipzig sechs und am Wochenende beim FC Schalke 04 fünf. Insgesamt mussten die Franken in sechs Partien in der Fremde 22 Gegentreffer schlucken – im Schnitt fast vier pro Spiel. Ein Wert, der deutlich zu hoch wird und das Ziel Klassenerhalt stark gefährdet. Im Gegensatz zu manch anderem Aufsteiger versucht der „Club“ mitzuhalten und will Tore schießen. Es ist nicht die Art der Franken, das Spiel des Gegners lediglich zu zerstören. Langsam aber muss sich Trainer Michael Köllner womöglich Gedanken machen, ob die respektabel offensive Ausrichtung auf fremdem Platz die Richtige ist. Vielleicht würde Nürnberg ein wenig mehr Destruktion guttun.