Ginter: Vom Talent zum Führungsspieler

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Matthias Ginter ist bei Borussia Mönchengladbach nach seinem Wechsel im Sommer 2017 von Borussia Dortmund zum absoluten Stammspieler und Wortführer gereift. In einem Interview sprach er über seine Persönlichkeitsentwicklung, die Professionalität im Profisport und über das Gastspiel am Samstag (18.30 Uhr) beim FC Bayern München.

In seiner Laufbahn konnte der erst 24-jährige Ginter bereits Erfahrungen bei drei Vereinen in der Bundesliga, zwei Weltmeisterschaften sowie in der Champions League sammeln. Nachdem er sich 2012 als Spieler des SC Freiburg in der Bundesliga etablieren konnte, erhielt Ginter im selben Jahr die Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten Nachwuchsspieler unter 18 Jahren in Deutschland.

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Die Vereinswechsel hatten auf den 20-fachen deutschen Nationalspieler einen großen Einfluss, wie er im Gespräch mit der Rheinischen Post anmerkte: „Ein großer Schritt war natürlich der Wechsel nach Dortmund, vom Klub her, aber auch für mich persönlich. Ich habe zum ersten Mal nicht mehr zu Hause gewohnt, war zum ersten Mal auf mich allein gestellt. Das hat mich auf jeden Fall weitergebracht. Der Wechsel nach Mönchengladbach hat zu meiner Persönlichkeitsentwicklung noch mal extrem beigetragen.“ Unter Trainer Dieter Hecking ist Ginter, der seit seinem Wechsel an den Niederrhein noch keine Minute für die Borussia verpasst hat, nahezu unverzichtbar und auch neben dem Platz eine wichtige Einflussgröße. Zudem hat der Freiburger in diesem Jahr geheiratet und eine eigene Stiftung gegründet, mit der er benachteiligte Kinder und Jugendliche im Raum Freiburg unterstützen will.

Professionalität als Schlüssel zum Erfolg

„Früher in Freiburg war ich auch mal abends weg und habe mal was gegessen, was nicht auf dem Ernährungsplan eines Sportlers steht. Das ist aber fünf Jahre her. Ich würde schon sagen, dass ich sehr diszipliniert bin. Was aber nicht heißen soll, dass ich keine Späße mitmache“, stellte Ginter im Rückblick auf seine Karriere fest. Seine Einstellung zum Beruf hilft ihm auch bei der Verletzungsprophylaxe: „Ich versuche, die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen so gering wie möglich zu halten. Fußball ist ein Vollzeit-Job und ich tue alles dafür, dass mein Körper optimal funktioniert. Das habe ich von Christian Streich als 16-, 17-Jähriger schon eingetrichtert bekommen.“ In der Tat war Ginter das letzte Mal vor sechs Jahren verletzt.

Für das Auswärtsspiel beim FC Bayern forderte der Abwehrchef: „Wir sollten auf uns schauen, unsere Leistung bringen. Es gehört in jedem Spiel viel dazu, wenn man gewinnen will. Man muss mutig und ballsicher sein, man muss den Ball haben wollen, die Ruhe am Ball haben, kompakt bleiben und ein wenig Glück haben. Wir werden uns über den Gegner Gedanken machen, aber es geht um uns. Wir müssen gut spielen.“