Gladbach festigt Rang zwei in Bremen

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Borussia Mönchengladbach gestaltete das kleine Spitzenspiel des elften Spieltags erfolgreich: Die „Fohlen“ besiegten den SV Werder Bremen auswärts mit 3:1 (1:0) und festigen den zweiten Tabellenplatz. Die Grün-Weißen unterlagen in der Bundesliga zum dritten Mal in Folge und verlieren den Anschluss an die Spitze.

Werder-Coach Florian Kohfeldt nahm gegenüber der 1:2-Niederlage beim 1. FSV Mainz 05 zwei Änderungen an seiner Anfangsformation vor: Nuri Şahin und Martin Harnik ersetzten Yūya Ōsako (Bank) und Florian Kainz (nicht im Kader). Außerdem stellte der Bremer Übungsleiter vom 4-3-3-System auf ein 4-4-2 um. Borussia-Trainer Dieter Hecking wechselte nach dem 3:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf nur in der Sturmspitze und brachte Kapitän Lars Stindl von Beginn an, der Brasilianer Raffael saß nur auf der Bank.

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Beide Mannschaften neutralisierten sich in den Anfangsminuten weitestgehend und so sorgte ein Gladbacher Standard für die erste gefährliche Szene: Nach einer Ecke von Thorgan Hazard kam der Ball über Umwege zum am Boden liegenden Tobias Strobl, der das Spielgerät nicht mehr aufs Bremer Tor brachte (5.). Wenig später konnte Niklas Moisander einen gefährlichen Abschluss von Hazard gerade noch blocken (9.). Die erste Viertelstunde war von gegenseitigem Respekt geprägt, Gladbach wirkte allerdings stabiler und zeigte mehr Zug zum Tor. Werder fand mit zunehmender Spieldauer aber zu mehr Sicherheit und wurde im letzten Drittel der Gäste vorstellig. Maximilian Eggestein zielte aus 18 Metern knapp rechts daneben (21.).

Pléa schnürt den Dreierpack – Şahin sorgt für Bremer Hoffnung

Nur zwei Minuten später steckte Eggestein in den Gladbacher Strafraum auf Harnik durch, der sofort abzog und am gut reagierenden Yann Sommer scheiterte (23.). Bremen übernahm in der Folge die Kontrolle über das Geschehen. Nach einem langen Ball von Moisander legte Harnik per Kopf auf Davy Klaassen, dessen Direktabnahme von Oscar Wendt noch knapp neben das Gehäuse abgefälscht wurde (28.). Nach einer halben Stunde stabilisierten sich die „Fohlen“ wieder und gingen durch eine sehenswerte Einzelaktion in Führung: Alassane Pléa setzte sich rechts im Sechzehner gegen Harnik und Klaassen durch und vollendete aus zwölf Metern zum 1:0 ins lange Eck (39.). Werder fand vor der Pause keine Antwort mehr.

Kohfeldt reagierte auf den Rückstand und brachte zum Seitenwechsel Johannes Eggestein für Philipp Bargfrede (46.). Trotzdem mussten die Gastgeber schnell die kalte Dusche hinnehmen: Hazard brachte eine Ecke in den Rückraum, wo Pléa unbedrängt zum Flachschuss ansetzte. Abgefälscht von Miloš Veljković ging der Ball durch die Beine von Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka (48.). Mit seinem zweiten Treffer hatte Pléa aber noch lange nicht genug: Nachdem er zunächst an Pavlenka scheiterte (50.), sorgte der Franzose nach flacher Hereingabe von Wendt aus kurzer Distanz für das 3:0 (52.). Werder steckte aber nicht auf und kam zum 1:3. Ludwig Augstinsson bediente Şahin von der linken Seite, der Türke vollendete aus zehn Metern (59.).

Werder drängt auf den Anschluss – Joker Pizarro trifft nur die Latte

Die Hausherren witterten wieder Morgenluft, Max Kruse verpasste den Anschlusstreffer nach Flanke von Klaassen per Kopf nur knapp (60.). Kurz darauf machten die Grün-Weißen es andersherum: Kruse suchte Klaassen am langen Pfosten, der Kopfball des Niederländers wurde noch ans Außennetz abgefälscht (64.). Bremen investierte Mitte der zweiten Hälfte viel, um wieder ins Spiel zurückzukommen. Die Borussia zog sich in dieser Phase zurück, Hecking nahm einen Doppelwechsel vor: Fabian Johnson und Denis Zakaria ersetzten Stindl und Jonas Hofmann (69.). Die Norddeutschen übten enormen Druck auf die Gladbacher Abwehr aus, Klaassens Abschluss wurde von Nico Elvedi noch entscheidend neben das Tor gelenkt (71.).

Auf der Gegenseite zielte Hazard nach einem starken Konter aus 18 Metern ebenfalls neben den linken Pfosten (72.). Kohfeldt brachte Claudio Pizarro für die Schlussphase, Şahin verließ den Platz (75.). Und der Peruaner war dem 2:3 gleich ganz nah: Veljković fand Pizarro per Flanke, der Kopfball des Routiniers prallte gegen die Latte (76.). Kurz darauf musste Sommer einen Versuch von Theodor Gebre Selassie parieren (78.). Pléa scheiterte nach beinahe fatalem Fehlpass von Klaassen an Pavlenka und verpasste seinen vierten Treffer (84.). Wenig später durfte sich der Gladbacher Matchwinner den Applaus der mitgereisten „Fohlen“-Fans abholen, Hecking ersetzte seinen Stürmer durch den flinken Ibrahima Traoré (86.).

Bremen kommt nicht mehr durch und fällt auf Rang sieben

Die Grün-Weißen bemühten sich auch in den Schlussminuten redlich um den Anschluss, sie kamen aber nicht mehr in aussichtsreiche Abschlusspositionen. Stattdessen hätte Florian Neuhaus in der Nachspielzeit per Heber beinahe noch für das 4:1 gesorgt (90.+1). Die Borussia gewinnt mit 3:1. Damit festigen die Rheinländer den zweiten Tabellenplatz und bleiben erster Verfolger von Spitzenreiter Borussia Dortmund. Werder hingegen muss die dritte Bundesliga-Pleite in Folge hinnehmen, schlittert weiter in die erste Krise unter Kohfeldt und fällt in der Tabelle auf Rang sieben zurück.