Goldenes Händchen: Top-Talente zieht es nach Dortmund

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Ein wenig neidisch dürfte man beim FC Bayern München in diesen Tagen schon auf Borussia Dortmund schauen. Während dem Rekordmeister der dringend benötigte Umbruch noch bevorsteht, wurde dieser beim Tabellenführer der Bundesliga innerhalb kürzester Zeit erfolgreich vollzogen. Dabei bewiesen die BVB-Verantwortlichen ein goldenes Händchen.

Jadon Sancho (18), Jacob Bruun Larsen (20), Christian Pulisic (20), Achraf Hakimi (20) und Dan-Axel Zagadou (19) haben mit ihrer Unbekümmertheit großen Anteil am Höhenflug. Dabei stecken sie alle mitten in der Entwicklung. „Wir setzen uns kein Limit und machen uns keinen Zeitdruck. Die Mannschaft hat ein riesiges Potenzial“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Dass der achtmalige deutsche Meister eine Vielzahl an Top-Talenten hat, um die ihn so mancher Spitzenverein in Europa beneidet, ist kein Zufall. „Wir können den Spielern eine gute Plattform bieten“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. Wenn die Leistung stimme, „garantieren wir Einsätze auf relativ hohem Niveau. So können sie sich bei uns entwickeln.“

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Das machen sie hervorragend. Mit ihren Dribblings stellen Sancho und Pulisic die gegnerischen Abwehrreihen immer wieder vor große Probleme, der von Real Madrid ausgeliehene Außenverteidiger Hakimi ist in seinem Offensivdrang kaum zu stoppen, Zagadou verblüfft trotz kleinerer Fehler durch seine Ruhe und Abgeklärtheit in der Innenverteidigung. „Ihr Weg ist noch nicht zu Ende“, betonte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung. Dieser Weg könnte dem BVB auch den nächsten dreistelligen Millionenbetrag bescheren. Ousmane Dembélé wechselte bereits im Sommer 2017 für mehr als einhundert Millionen Euro zum FC Barcelona. Auch wenn das eine oder andere Juwel ebenfalls dem Lockruf der zahlungskräftigeren Vereine erliegen könnte – die Westfalen blicken der Zukunft gelassen entgegen.

„Schlimmer wäre es, wenn sich niemand für unsere Spieler interessieren würde“

„Mit den Konsequenzen unserer guten Leistungen müssen wir – speziell seit unserem Meistertitel 2011 – leben. Dass unsere Spieler Begehrlichkeiten von Vereinen wecken, die eine noch größere Strahlkraft als wir haben, wissen wir, und versuchen, damit so gut wie möglich umzugehen“, sagte Zorc kürzlich der Sport Bild. Sorgen macht sich der Ex-Profi deswegen aber nicht, er sieht es ein Stück weit sogar positiv. Es zeige, dass beim BVB gute Arbeit geleistet werde, so Zorc: „Schlimmer wäre es, wenn sich niemand für unsere Spieler interessieren würde.“ Das lässt sich derzeit wahrlich nicht behaupten. Im Gegenteil.