Gómez schiebt nach Freiburg-Derby Frust

Foto: Thomas Kienzle/AFP/Getty Images

Der VfB Stuttgart musste sich im Baden-Württemberg-Derby beim SC Freiburg am Sonntagabend mit einem 3:3 (1:1) begnügen. Besonders Mario Gómez zeigte sich mit dem Ausgang äußerst unzufrieden.

An der schlechten Laune des Angreifers änderte auch sein Doppelpack im turbulenten Derby nichts, obwohl er so in seinem 300. Spiel in der Fußball-Bundesliga die leichten Startprobleme in der neuen Saison eindrucksvoll überwunden hatte. „Ich würde die Tore gerne hergeben für drei Punkte“, sagte der 33-Jährige. Der späte Ausgleich der Breisgauer schlug ihm spürbar auf den Magen. Und so haderte Gómez unmittelbar nach Spielschluss mit dem Schicksal („Wir hätten den Sieg mehr als verdient gehabt“), den Fragen eines Radio-Journalisten („Wie lange machen Sie diesen Job schon?“) und vor allem mit den Unparteiischen.

- Anzeige -

„Ich weiß nicht, was der Schiedsrichter beim zweiten Tor gepfiffen hat. Ich weiß nicht, warum sich der Linienrichter das ganze Spiel über eingemischt hat“, klagte der Ex-Nationalspieler. „Das sind Dinge, die uns heute Körner gekostet haben.“ Dabei war Gómez‘ Welt bis zur 81. Minute und Luca Waldschmidts Treffer noch in Ordnung. Nach dem Schock durch das Blitz-Gegentor von Jerôme Gondorf nach 51 Sekunden und dem Ausgleich durch Emiliano Insúa (44.) hatte er selbst die Gäste – unterbrochen von Gondorfs zweitem Treffer (52.) – gleich zweimal in Führung gebracht (48., 56.). Am Ende reichte es trotzdem nicht zum ersten Saisonerfolg für die Stuttgarter.

Stürmer warnt vor „extrem gefährlicher Situation“

Und so stand nach den beiden Niederlagen in Mainz (0:1) und gegen den FC Bayern (0:3) letztlich eben nur „ein kleiner Schritt, aber mit Sicherheit kein großer“, wie VfB-Trainer Tayfun Korkut feststellte. Der 44-Jährige war dennoch erleichtert, dass zumindest Gómez nach inklusive des verlorenen Pokalspiels in Rostock (0:2) drei torlosen Pflichtspielen zum Saisonauftakt wieder in Form kommt: „Es hat sich angedeutet, dass er immer besser drauf ist.“ Denn Korkut weiß, dass seine insgesamt junge Mannschaft wohl auf weitere Treffer ihres Torjägers angewiesen ist, um nicht in einen schwer zu stoppenden Abwärtsstrudel zu geraten. Schließlich warnte auch Gómez selbst eindringlich vor einer „extrem gefährlichen Situation“, in der man sich befinde.

Noch ist der Glaube an die eigene Stärke allerdings vorhanden. „Wir wollen weiter nach oben, wir haben die Qualität dafür“, sagte Gómez. Qualität, wie sie vor allem er selbst bereits zur Genüge unter Beweis gestellt hat. 165 Bundesliga-Treffer hat der Mittelstürmer inzwischen erzielt, von den Aktiven kommen nur Robert Lewandowski (182) und Claudio Pizarro (192) auf mehr. Der VfB braucht Gómez, auch wenn dieser sich schon auf der Zielgeraden seiner Karriere sieht. Er sei im Moment zwar noch „die Gegenwart“, aber die Zukunft seien andere Spieler, meinte der gebürtige Reutlinger: „Ich bin ja keine 22 mehr.“