Gündoğan: „Die Grenze zum Rassismus überschritten“

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Nationalspieler İlkay Gündoğan hat trotz der heftigen Reaktionen auf das umstrittene Erdoğan-Foto von ihm und Mesut Özil keine Rücktrittsgedanken gehegt. Mitunter sei in den Reaktionen „die Grenze zum Rassismus überschritten“ worden.

„Ich bin nach wie vor stolz, für Deutschland aufzulaufen. Falls ich nominiert werden sollte, dann sehe ich keinen Grund, nicht weiterzumachen“, sagte der Mittelfeldspieler von Manchester City in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er habe Zweifel gehabt, „ob es jemals wieder so werden kann wie früher“, gab Gündogan zu und führte aus: „Wenn man von vielen so attackiert wird, von den eigenen Fans ausgepfiffen und von einem deutschen Politiker beleidigt wird, dann macht man sich Gedanken. Aber ich will nicht davonlaufen. Ich will mich der Situation stellen.“

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Sollte er von Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch für die Länderspiele am 6. September gegen Frankreich in München und am 9. September gegen Peru in Sinsheim nominiert werden, hoffe er auf einen Empfang „mit offenen Armen“. Falls es doch Pfiffe gegen ihn geben sollte, werde er sich ihnen stellen: „Dann ist das eben meine Reifeprüfung.“ Den Rücktritt von Özil, der Rassismus und Respektlosigkeit auch im Deutschen Fußball-Bund angeprangert hatte, nach der desaströsen WM in Russland bewertet Gündogan als „Verlust für die Mannschaft“. Der Mittelfeldspieler vom FC Arsenal habe auch für ihn persönlich sehr viel getan: „Ich hätte mir deshalb gewünscht, dass er einen besseren, verdienteren Abschied bekommt.“